Bernd Kalweit (65) wurde Anfang April stutzig: Die Bauarbeiten an der Autobahn 100, um deren Weiterbau es schon so viel Streit gab, gehen einfach weiter. Bagger rollen, es wird gewerkelt. Eigentlich ist das nicht rechtens. Das Planfeststellungsverfahren für den 17. Bauabschnitt der A100 von Neukölln Richtung Norden ist zwar beendet, die Pläne lagen lange genug zur Einsicht aus – bis zum 23. April.
Initiative fordert Baustopp
Doch die Frist, um Einspruch gegen die Bauarbeiten einlegen zu können, geht noch bis zum 23. Mai. Vor dem Hintergrund dieser Daten darf eigentlich nicht weitergebaut werden. Bernd Kalweit von der Anwohner-Initiative „A100 Treptow“ stellte die Ergebnisse auf einer Pressekonferenz vor. „Wir sind nicht gegen die Autobahn an sich, aber dieses Vorgehen geht einfach zu weit. Das ist ein Schwarzbau.“ Ein weiteres Problem: „Niemand hat anscheinend den Schallschutz zur S-Bahn-Brücke hin bedacht.“
Das Straßenstück, das am Montag auch KURIER-Reporter in Augenschein nahmen, sieht aus wie eine Rampe. Autos würden in noch größerer Höhe noch mehr Lärm und Dreck verursachen. Nicht nur die Anwohnerinitiative fordert jetzt, die Bauarbeiten umgehend zu stoppen.
„Da wird nichts schwarzgebebaut"
Im Koalitionsvertrag der Berliner Landesregierung hatte man sich ja schon darauf verständigt, die A100 nach dem 16. Abschnitt nicht weiterzubauen.
„Das widerspricht doch unserer Koalitionsvereinbarung“, regt sich Katalin Gennburg (Linke) auf. Bundestagsabgeordneter Pascal Meiser (auch Linke) stößt ins gleiche Horn. Matthias Tang, Sprecher der Verkehrsverwaltung erklärte dem KURIER: „Da wird nichts schwarzgebebaut. Da entsteht eine Baustraße.“
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