Die Summe, entstanden ab März 2012, entspricht einem Stromverbrauch von gut 41 400 Kilowattstunden. Ein normaler Zwei-Personen-Haushalt verbraucht das in 19 Jahren. Barb Behrend angeblich in drei.
Laut Rechnung eines großen Stromanbieters verbraucht Behrend mehr als 13 800 Kilowattstunden im Jahr. Normal sind für eine Wohnung ihrer Größe 2150. Stromspuk? Zunächst dachte Frau Behrend an ihre eigenen Elektrogeräte, doch die erschienen ihr normal. Kühlschrank, Wasserkocher, Radio, Fernseher – alles neuere Geräte. Also beauftragte sie eine Energiesparberatung, das Klimabüro Charlottenburg-Wilmersdorf, mit der Überprüfung ihrer Geräte in der Dreiraum-Wohnung in der Nassauischen Straße. Heraus kam wenig. „Die unüblich hohen Verbrauchswerte können wir mit den uns zur Verfügung stehenden Mitteln nicht erklären.“
Zweite Erklärung: Stromzähler defekt. Der Konzern schickte im Oktober 2013 Techniker zur Überprüfung. „Ich dachte, danach würde sich der Irrtum aufklären“, so die Rentnerin. Denkste. Am 24. Februar 2014 flatterte der Prüfbericht des Zählers in ihren Briefkasten. „Der beanstandete Zähler hat die messtechnische Prüfung bestanden. Eine fehlerhafte Messung unseres Zählers ist somit auszuschließen.“
„Ich bin seitdem mit meinen Nerven am Ende. Von morgens bis abends habe ich nur den Zähler im Kopf. Nachts wache ich auf und mein Herz rast“. Barb Behrend lebt von einer schmalen Rente und Grundsicherung. Die Rechnung, selbst in Bruchstücken, wollte sie, konnte sie aber nicht zahlen. Sie suchte sich Hilfe, wandte sich an die GVS (Gesellschaft für Verbraucher- und Sozialberatung). Eine der mehr als 16 000 Berliner jährlich, denen der Strom zwangsabgestellt wird, wollte sie nicht werden. Doch eine Lösung gelang auch der GVS aber auch nicht.
„Eine Sozialanwältin versuchte, per Sozialgericht die Rechnung über das Sozialamt begleichen zu lassen. Ohne Erfolg.“ Momentan versucht der Energiekonzern die Forderung über das Mahngericht am Amtsgericht Wedding zu erstreiten. Der Energieriese behauptet, Behrend hätte den Zutritt zur Wohnung zwecks Stromabstellung versagt. Barb Behrend bestreitet das.
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