Moabit - Dieser Adlige fühlt sich nicht verpflichtet: Edgar von H. (45) fährt schwarz. Seit Jahren, das aber nicht heimlich. An seiner Jacke prangt ein selbst gebasteltes Schild wie ein Betriebsausweis: "Ich zahle nicht!"Der dreiste Schwarzfahrer landete gestern wieder einmal vorm Richter. Schweißperlen auf der Stirn, dicke Akten unterm Arm. Wie Herr Wichtig. Einen Beruf aber hat er nicht, auch keinen Job, keine Frau, keine Kinder. Der Neuköllner Edelmann lebt von Hartz IV und stöhnte nun: "Ich habe kein Geld für einen Fahrschein."Drei Mal wurde er im Herbst 2009 in der U-Bahn ohne gültigen Fahrausweis erwischt. Edgar von H. zeigte stets auf seinen persönlichen "Freifahrschein" am Revers seiner Jacke und gab friedlich seine Personalien an.Schwarzfahren ist im Juristen-Deutsch ein "Erschleichen von Leistungen". Nun kam er wieder mit seiner alten Ausrede: "Erschleichen heißt täuschen. Das aber kann man mir nicht vorwerfen, wenn ich das Nicht-Bezahlen öffentlich mache."Er hat elf Vorstrafen, will sein Verhalten aber nicht ändern: "Hartz IV ändert sich auch nicht." Der Richter: "Auch mit dem Schild ist es Schwarzfahren." Urteil: 900 Euro Strafe. Zahlt er nicht, drohen 60 Tage Knast.------------------------------
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