Lang ist die Liste, die Verfahrens-Beobachter Stefan Bisanz (53, Sachverständiger für Personenschutz) erstellte. Danach sprechen 53 Indizien gegen Mario K. 14 von ihnen überzeugten Richter Matthias Fuchs (53). In der Urteilsbegründung sagte er: „Die Indizien addierten sich zu einer Gesamtschau und führten uns zu der Überzeugung, dass Mario K. der Täter ist.“ Der bereits vorbestrafte Angeklagte habe geplant, ein Mitglied einer wohlhabenden Familie zu entführen. Mit dem hohen Lösegeld, das er erpressen wollte, habe K. seinen Lebensunterhalt bestreiten wollen.
Im August und Oktober 2011 hatte der „Maskenmann“ in Bad Saarow Ehefrau und Tochter eines Berliner Millionärs angegriffen. Zudem einen Wachmann angeschossen, der jetzt im Rollstuhl sitzt. Laut Urteil soll ihm Mario K. wegen versuchten Mordes 250.000 Euro Schmerzensgeld zahlen. Oktober 2012 dann die Entführung des Investmentbankers Stefan T. am Storkower See, der sich nach 33 Stunden selbst befreien kann.
Was gegen Mario K. spricht: Stefan T. erkennt seine Stimme bei einem Akustiktest. Die Millionärs-Ehefrau erkennt ihn am abknickenden Ohr. Viele Zeugen sahen Mario K. beim Auskundschaften der Tatorte, an denen er nie gewesen sein will. Trotzdem kennt er sich dort gut aus. Mario K. gab ein falsches Alibi an. In seinem privaten Umfeld trauen ihm alle die Taten zu.
Bei der Durchsuchung seines Zimmers wurden Schminke, Sturmhaube, Nachtsichtgerät und Luftmatratze gefunden. Bei anderen Taten trug Mario K. bereits eine Maske, benutzte den gleichen Typ Waffe wie der Täter in den jetzigen Fällen.
Einer seiner Verteidiger: „Wir haben ein Jahr versucht, ein Fehlurteil zu verhindern.“ Allerdings trug die Verteidigung kein einziges Argument vor, was Mario K. entlasten würde. Sie zog lediglich die belastenden Indizien in Zweifel.
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