500 Euro Belohnung

Welcher Tier-Hasser hat diese Baby-Katzen ausgesetzt?

14 Tiere in Umzugskartons gefunden, sie überlebten nur knapp.

Florian Thalmann
Lesezeit 3 Min
14 der kleinen Kätzchen wurden an der Straße in Ahrensfelde ausgesetzt.

14 der kleinen Kätzchen wurden an der Straße in Ahrensfelde ausgesetzt.

© Tierheim Berlin

Passant hörte ein Piepsen

Die Kisten standen sichtbar auf einem Gehweg neben der Dorfstraße in Ahrensfelde. Er hörte ein verdächtiges Piepsen, öffnete den Karton. „Da sprang mir sofort ein Katzenkind in die Arme“, erzählt Finder Michael K., „ich musste schnell reagieren und es festhalten, wir standen ja direkt an einer belebten Straße – viel Verkehr, einige Geschäfte.“ Der Passant alarmierte den Notruf, wurde von dem Mitarbeiter am Telefon direkt zum Berliner Tierheim in Falkenberg geschickt. Die Tierschützer halfen: Sie brachten die Katzen-Babys zu einer privaten Tierarztpraxis, ließen sie dort versorgen.

Alle Kätzchen sind pechschwarz und haben gelbgrüne Augen. Wer weiß, woher sie stammen könnten, kann sich beim Tierheim melden.

Alle Kätzchen sind pechschwarz und haben gelbgrüne Augen. Wer weiß, woher sie stammen könnten, kann sich beim Tierheim melden.

© Tierheim Berlin

Es sei Rettung in letzter Minute gewesen, sagt Annette Rost, Sprecherin des Tierschutzvereins für Berlin. „Manche hatten eine erhöhte Körpertemperatur von 40 Grad plus – normal ist bei Katzen 38 bis 39 Grad. Viel länger hätten die Kleinen bei der Wärme in den verschlossenen Kartons nicht durchgehalten. Wer auch immer die Tiere dort ausgesetzt hat, hat die Möglichkeit des Hitzetodes billigend in Kauf genommen.“ Ein kleiner Kater sei besonders apathisch gewesen – doch auch er konnte gerettet werden. "Es stellte sich heraus, dass Cosmo, wie wir ihn genannt haben, einen Herzfehler hat“, sagt Rost.

500 Euro Belohnung

Es ist nicht das erste Mal, dass Tier-Hasser mehrere Katzen aussetzen. Ein anderer dramatischer Fall ereignete sich im Juni 2018 - damals fanden Mitarbeiter einer Fressnapf-Filiale in Lichterfelde 20 verwahrloste Katzen vor dem Laden-Eingang. Sie hatten entzündete Augen, verklebtes Fell, Schnupfen, hockten in viel zu kleinen Transportboxen. Eines der Tiere musste sogar eingeschläfert werden.

Inzwischen wurden die Tiere von den Tierheim-Mitarbeitern aufgepäppelt.

Inzwischen wurden die Tiere von den Tierheim-Mitarbeitern aufgepäppelt.

© Tierheim Berlin

Im aktuellen Fall setzen die Tierschützer des Tierheims nun sogar eine Belohnung aus: 500 Euro gibt es für den entscheidenden Tipp, der zur Ergreifung des Tier-Hassers führt. Wer hat beobachtet, wie jemand auf der Dorfstraße in Ahrensfelde zwei große Umzugskartons auf dem Gehweg abstellte? Oder: Wer kennt jemanden, der vor kurzer Zeit noch viele schwarze Kätzchen hatte - und plötzlich keine mehr? Hinweise nimmt das Tierheim unter 030 76888135 entgegen.

Übrigens: Im Tierheim warten auch viele andere Kätzchen auf ein schönes Zuhause. Wer sich informieren möchte, kann am Sonntag den Tag der offenen Tür des Tierschutzvereins besuchen. Infos gibt es im Internet unter www.tierschutz-berlin.de.

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