Was hatten die eisernen Fans nach dem Mauerfall nicht schon aushalten müssen. Zweimal scheiterte Union beim Versuch, ins Bundesliga-Unterhaus zu kommen, in der Relegation. „Unaufsteigbar“ war das Etikett, das an den Köpenickern klebte. Bis einer kam, der damit ratzfatz aufräumte: Trainer Frank Pagelsdorf.
26 Siege in 32 Spielen der Nordost-Oberliga, Staffel Mitte. Platz 1 natürlich, sechs Punkte vor dem Halleschen FC. Und die Relegation gegen Tennis Borussia und den Bischofswerdaer FV ging ebenfalls an Pagels Mannen. Zweite Liga, Union ist dabei.
Denkste. Denn als am 13. Juni Union die Relegation mit dem 1:0 über den Bischofswerdaer FV abschloss, war das Unheil schon passiert. Eine sowieso verspätet zum DFB gesandte Bürgschaft über eine Million Mark lag als Fälschung bei den Lizenzpapieren. Eine Person aus dem Union-Umfeld hatte bereits den TeBe-Präsidenten Jack White über die amateurhafte Trickserei informiert.
Was natürlich zu jeder Menge Verschwörungstheorien nach dem Motto „Der Westen will uns nicht im Profilager“ führte.
Die Wahrheit ist aber eine andere. Der DFB war sich der Tragweite einer Lizenzverweigerung für den Ost-Berliner Verein zugunsten der West-Berliner Tennis Borussen sehr wohl bewusst. In fünf Verhandlungen tagte der Liga-Ausschuss zur „Causa Union“, diskutierte insgesamt 25 Stunden. Am 2. Juli folgte dann doch das vernichtende Urteil: Lizenz weg.
1000 Unioner demonstrierten vor dem Roten Rathaus. 15 000 Unterschriften gingen an den DFB. Es half alles nicht. Lizenz futsch. Im Folgejahr wiederholte sich das böse Spiel, diesmal wegen zu hoher Schulden. Frank Pagelsdorf war entnervt – und ging nach Rostock. Wo er dann, mit Hilfe diverser nachgeholter Union-Spieler (Barbarez, Rehmer, Pieckenhagen, Hofschneider) sogar die Bundesliga erreichte.
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