47.000 Teilnehmer

Kenenisa Bekele gewinnt Berlin-Marathon, Weltrekord knapp verfehlt

Stimmung schadet das Wetter beim 46. Marathon nicht – ein Besuch an der Strecke.

Julia Haak
Lesezeit 3 Min
Top-Favorit Kenenisa Bekele hat den Weltrekord beim 46. Berlin-Marathon nur ganz knapp verpasst. 

Top-Favorit Kenenisa Bekele hat den Weltrekord beim 46. Berlin-Marathon nur ganz knapp verpasst. 

© AFP


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© Imago/Westend61/Berliner Kurier

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Sie klatschen und rufen: Go, go, go. Das alles bleibt nicht ohne Wirkung. Erste Läufer, eben noch mit müden Gesichtern im Zuckeltrab, reißen die Arme hoch, als ob sie bereits im Ziel wären. Dabei sind von diesem Punkt aus noch 13 Kilometer zu laufen. Und da spürt man es dann auch am Rand der Strecke: ein Kribbeln im Bauch.

Glückliche Momente gibt es manchmal vollkommen überraschend. Es war nicht zu erwarten, dass es bei diesem 46. Berlin-Marathon zu so etwas kommen würde. Nieselregen, 15 Grad. Es gibt eine Sturmwarnung. Wer möchte sich da schon einen Marathon ansehen. Stimmung am Rand der Strecke?

Fast 47.000 Läufer waren am Sonntag beim Berlin-Marathon am Start.

Fast 47.000 Läufer waren am Sonntag beim Berlin-Marathon am Start.

© AP

Ja, auf ein paar treue Freunde der Läufer in zeltartigen Pelerinen werde man wohl treffen, denkt man sich am Morgen, während man eine Bahn besteigt, um sich anzusehen, wie fast 47.000 Menschen leicht bekleidet im Laufschritt und in einem weiten Bogen die Stadt durchqueren.

Berlin-Marathon: Fast 47.000 Läufer waren am Start 

Aber es kommt dann doch anders. Am Potsdamer Platz jedenfalls ist die Stimmung am späten Vormittag großartig. Zu diesem Zeitpunkt sind die ersten Läufer bereits im Ziel. Die Äthiopierin Ashete Bekere hat die Strecke in exakt 2 Stunden 20 Minuten und 14 Sekunden bewältigt. Der Sieger bei den Männern kommt ebenfalls aus Äthiopien – Kenenisa Bekele 2:01:41 Stunden.

Clown, Sportler? Einige Läufer tragen beim Berlin-Marathon Kostüme.  

Clown, Sportler? Einige Läufer tragen beim Berlin-Marathon Kostüme.  

© dpa/Christoph Soeder

Wahnsinn denkt man sich, als diese Nachricht auf dem Display des Mobiltelefons aufleuchtet. Aber dann reißt die Nachbarin mit dem großen Regenschirm die Arme hoch und das Telefon landet in der nächsten Pfütze.

Passiert ist dem Gerät zum Glück nichts. Und auch sonst ist es ganz schön so mit nassen Füßen, die immer noch nasser werden, weil jeder Läufer, der in die Pfütze hinter dem Gitter springt, einen neuen Schwall herüber schickt.

Berlin-Marathon: Regen begleitet die Läufer bis ins Ziel. 

Berlin-Marathon: Regen begleitet die Läufer bis ins Ziel. 

© dpa/Christoph Soeder

Aber während man noch nachdenkt über das kleine Rinnsal, das sich in den Kragen vorarbeitet, reicht die Nachbarin einen Becher mit heißem Tee herüber und alles ist wieder gut.

Massenereignisse muss man mögen. Aber sie bieten auch tolle Zahlen. 1 Million Trinkbecher, 272.000 Sicherheitsnadeln, 240.000 Liter Wasser, 145.000 Bananen, 80.000 Kekse, 45.000 Äpfel, 10.000 Joghurtdrinks, 2780 Kilogramm Medaillen und 250 Liter Massageöl werden am Ende des Tages verbraucht worden sein. Es sind 46.983 Läufer am Start, 5081 Inline Skater, 160 Handbiker und 69 Rollstuhlfahrer.

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