Trotz Ermahnungen, trotz Geschlossenheitsparolen: In der Koalition geht's weiter drunter und drüber. Keine leichte Aufgabe für Anchorman Seibert. Gestern gab es erneut einen Generalangriff auf das "System Merkel" - und zwar vom Vorsitzenden der Unions-Mittelstandsvereinigung, Josef Schlarmann (CDU).Dieser wirft ihr vor, die Partei inhaltlich ausbluten zu lassen. "Unter Merkel wurde der Einfluss der Partei marginalisiert. Die Folgen sind nicht zu übersehen: Unsere Mitglieder sind unglücklich, viele völlig frustriert", so Schlarmann im "Spiegel". Es gebe Gründe, wegen der Krise der CDU den Parteivorsitz vom Posten des Kanzlers zu trennen. Weil aber unter Merkel die zweite Führungsriege der CDU verschwunden sei, gebe es "leider" keine Alternative zu ihr als Parteichefin. Es ist nicht die erste offene Kritik an der Kanzlerin, die auch bei den Bürgern immer unbeliebter wird. Laut einer Emnid-Umfrage für "Focus" wollen inzwischen 46 Prozent Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) als Merkels Nachfolger.
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