Das Lob war in der Tat mehr als berechtigt. An allen vier Toren mehr oder weniger beteiligt. Bei den beiden Treffern kurz vor der Pause, als zunächst Grischa Prömel (44.) und dann Akaki Gogia (45.+3), die Abnehmer von zwei Einwürfen wurden, aber nur weil der 1, 90 Meter große Blondschopf den Weg in der Mitte für sie freisperrte oder St. Paulis Hintermannschaft stark beschäftigte.
Auf Wolke sieben
Nach Wiederanpfiff traf er dann selbst. Erst nutzte er auf Zuspiel des ebenfalls herausragenden Manuel Schmiedebach den bedauernswerten Philipp Zierreis als Brummkreisel (57.) und vollendete gekonnt. Wenig später, als die Gäste noch einmal aufzukommen drohten nach ihrem Ehrentreffer durch den eingewechselten Henk Veerman (71.), vollendete er einen wunderschönen Konter und schob die Kugel lässig ins rechte Eck zum 4:1-Endstand. „Man muss ja nicht immer mit 800 km/h das Ding draufhauen“, lobte denkbar gut gelaunter Gogia den Schweden.
Andersson war der Held des Tages. Fast möchte man eine Anleihe beim alten skandinavischen Kinderbuchklassiker nehmen und ein „Seb Andersson, flieg mit den Eisernen davon!“ anstimmen. Köpenick schwebt auf Wolke sieben, Union punkt- und torgleich mit dem 1. FC Köln auf Platz eins! Das hätte wohl jeder vor der Saison sofort unterschrieben.
Persönlicher Rekord
Andersson hat echt einen Lauf. „Die Kollegen machen es mir aber auch leicht“, gab er alle Komplimente brav zurück an die Mannschaft, die sich vor allem in der defensiven Grundordnung absolute Fleißbienchen verdient hatte und vorne jemand drin wusste, der mit ihren Zuspielen etwas Sinnvolles anfing – nämlich Tore schießen.
„Man kann sich sicher sein, dass er die Bälle gut festmacht oder gut verlängert. Das hilft, um auch mal Ruhe reinzukriegen“, beschrieb Gogia nahezu euphorisch die Qualitäten seines Stoßstürmers.
Mit dem Pokalspiel in Jena traf Andersson jetzt in drei Spielen Folge. Das war ihm mit Kaiserslautern an den letzten drei Spieltagen der Vorsaison erstmals gelungen. „Wäre nicht schlecht, wenn ich das in Sandhausen fortsetzen könnte“, peilt der 27-Jährige kommendes Wochenende einen persönlichen Rekord an. Ein weiterer Höhenflug ist wirklich nicht ausgeschlossen.
Ihre Meinung interessiert uns. Feedback zu diesem Beitrag senden Sie bitte an leser-bk@berlinerverlag.com