4:0 über Diego - das Beste, was ich je erlebt habe

Lukas Podolski
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Endlich ging es los. Wir konnten es gar nicht erwarten. Das erste WM-Spiel gegen Australien. Joachim Löw stand in der Kabine vor uns. Er schrie! Ich hatte ihn noch nie so erlebt. Er hat uns richtig heiß gemacht. Dann drehte Sami Khedira den Bushido-Song auf. Dann der Kreis. Philipp Lahm hielt eine kurze Rede. Wir gingen raus und explodierten ...Müller sah mich, legte zurück, ich hielt einfach drauf. Tor, fertig, aus! Das 1:0 war wie eine Befreiung für mich.Wir zauberten die Aussies 4:0 weg und haben uns dabei in einen kleinen Rausch gespielt. Als wir ins Mannschaftshotel zurückkamen, tanzten und sangen die Angestellten. Wir sind noch kurz an die Bar, danach bin ich direkt auf mein Zimmer. Für mich war der Sieg nur der Anfang. Ich wollte ins Finale. Ich wollte den Titel.Das anschließende 0:1 gegen Serbien hat mich geärgert, besonders der Elfmeter, den ich verschossen hatte. Ich war mir total sicher, als ich mir den Ball nahm - und dann hält der Torwart. Aber nervös war ich trotzdem nicht. Wir waren mit zehn Mann besser als die Serben. Gegen Ghana zitterten einigen trotzdem ein bisschen die Knie.Wir haben uns ein 1:0 erkämpft. Nicht toll gespielt - aber weiter.Jetzt waren die Engländer dran. Unser Trainer hat uns sensationell vorbereitet. In der Mannschaftssitzung hat er die Schwächen des englischen Teams haargenau seziert. Ich habe gespürt: Wir haben riesengroßes Selbstvertrauen!Dann ging die Post ab. Wir waren richtig gut drauf und ich habe mein zweites Tor gemacht. Der Pass kam wieder von Müller. Ich hatte mir den Ball nicht richtig zurechtgelegt, war fast schon an der Torauslinie. Egal. Ich habe keine Sekunde gezögert, Schuss, drin und das auch noch durch die Beine von David James. Der Rest war Jubeln! Am Ende hieß es 4:1. Wir waren selbst erstaunt, wie cool wir waren.Argentinien! Diego Maradona! Messi! Als Maradona in den Katakomben vor mir stand, haben wir uns kurz begrüßt. Er lächelte. Und dann knutschte er jeden seiner Spieler ab. Verrückter Kerl, dachte ich. Gut, dass Jogi das nicht macht. Aber nach 90 Minuten hat Diego geweint und tat mir ein bisschen leid. Wir hatten uns in einen Rausch gespielt. Vielleicht das beste Spiel, das ich je erlebt hatte. Es klappte einfach alles.In der Kabine fielen wir uns in die Arme. Ich sang Viva Colonia, die Jungs stimmten mit ein. Plötzlich klopfte es an der Tür. Die Bundeskanzlerin war da. Wir schrien "Rede, Rede". Sie lächelte und hat jedem die Hand gegeben. Zu mir sagte Sie: "Herzlichen Glückwunsch, Herr Podolski." Dann stellte sie sich vor die Mannschaft und erklärte, wie stolz sie auf uns sei. Anschließend schnappte sie sich eine Flasche Bier und trank mit uns.Im Hintergrund liefen Bilder aus Deutschland. Wir sahen, wie die Menschen zu Hause feierten. Ich war stolz auf uns.Morgen lesen SieDie Nacht der Tränen------------------------------

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