30 Jahre nach größtem Austausch

Die legendäre „Agentenbrücke“ erobert die Leinwand

Mehr als ein Mythos: Auf der legendären „Agentenbrücke“ die Berlin und Potsdam verbindet, wurden während des Kalten Krieges insgesamt dreimal Agenten ausgetauscht. Die größte Aktion auf der Glienicker Brücke ging vor genau 30 Jharen über die Bühne.

Marc Fleischmann
Lesezeit 3 Min
Die historische Aufnahme zeigt Sicherheitsbeamte in Zivil bei einem Agentenaustausch von acht Personen auf der Glienicker Brücke (Archivfoto vom 11.02.1986).

Die historische Aufnahme zeigt Sicherheitsbeamte in Zivil bei einem Agentenaustausch von acht Personen auf der Glienicker Brücke (Archivfoto vom 11.02.1986).

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Blick am 10.02.1962 über den Schlagbaum auf Westberliner Seite auf die Glienicker Brücke in Berlin

Blick am 10.02.1962 über den Schlagbaum auf Westberliner Seite auf die Glienicker Brücke in Berlin

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Das Wappen der ehemaligen DDR hängt am 28.11.2014 in einem Bogen auf der mit nachgebauten Grenzkulissen aus dem Jahr 1962 dekorierten Glienicker Brücke

Das Wappen der ehemaligen DDR hängt am 28.11.2014 in einem Bogen auf der mit nachgebauten Grenzkulissen aus dem Jahr 1962 dekorierten Glienicker Brücke

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Nicht nur wegen des Jubiläums rückt die 1907 eingeweihte Verbindung über die Havel dieses Jahr in den Fokus der Öffentlichkeit. Im Oktober läuft  Steven Spielbergs (68) „Bridge of Spies“ („Brücke der Spione“) in den Kinos an. In den Hauptrollen: Tom Hanks (58) und die legendäre „Agentenbrücke“.

Anders als bei den Hollywood-Dreharbeiten im vergangenen Jahr, die neben vielen Schaulustigen sogar Kanzlerin Angela Merkel (60) besuchte, war 1985 nur ein journalistisches Filmteam vor Ort. Die Bilder gingen dennoch um die Welt. 23 aufgeflogene West-Spione durften im Austausch für vier enttarnte Ost-Agenten zurück in die Heimat.

Der Großtausch stieg um Punkt 12 Uhr mittags:  Diplomaten und Geheimdienstler aus West und Ost stehen sich hier gegenüber. Zwischen ihnen verläuft eine weiße Linie, die die Grenze zwischen West-Berlin und DDR markiert. In Bussen sitzen die entlarvten Spione. Richard Burt (68), späterer US-Botschafter in Bonn, überquert die Linie und verkündet den gefangenen West-Agenten ihre baldige Freiheit. Jubel bricht aus.

Der Hollywood-Film mit Tom Hanks erzählt allerdings eine Geschichte von vor insgesamt 53 Jahren. Von diesem ersten Austausch gibt es keine Bilder. Zur Handlung: Hanks spielt den US-Anwalt James B. Donovan (1916 bis 1970), der das Geschäft auf westlicher Seite einfädelte. Donovan überzeugte eine US-Jury, den entlarvten sowjetischen Top-Atomspion Rudolf Abel (1903 bis 1971) als Tauschobjekt nicht zum Tode zu verurteilen. Nach anschließenden Verhandlungen mit DDR-Anwalt Wolfgang Vogel (1925 bis 2008)  im Film gespielt von Sebastian Koch (53) - wurde Abel im Februar 1962 gegen den US-Pilot Francis Gary Powers (1929 bis 1977) übergeben, der auf einem Spionageflug über der Sowjetunion abgeschossen worden war.

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