Der Grund: Nach Einschätzung eines Arztes stellt "der Mann eine Gefährdung für sich und anderen dar", hieß es am Donnerstag weiter. Doch als der Fahrer des weinroten und in Berlin zugelassenen Volvos die Polizisten entdeckte, gab er Gas. Die Sprecherin weiter: "Dabei fuhr er mit seinem Volvo erst rückwärts, traf mit seiner Stoßstange einen Polizisten und verletzte ihn am Bein. Dann beschädigte er den Funkwagen und fuhr davon".
Obwohl die Polizisten sofort die Verfolgung aufnahmen, gelang es ihnen zunächst nicht, den Flüchtenden zu stoppen. Insgesamt 24 Kilometer raste der 56-Jährige durch Berlin und Brandenburg, überfuhr mindestens zwei rote Ampeln und krachte gegen mehrere unbeteiligte Fahrzeuge.
Flucht auf Felgen
Ein Polizist dokumentiert die Schäden an einem der eingesetzten Streifenwagen.
© Morris Pudwell
Zudem verlor der Volvo während der Flucht beide Vorderreifen. Doch auch das stoppte den Mann nicht: Er fuhr einfach auf den Felgen weiter. Erst an der Autobahnabfahrt 6 Potsdam-Babelsberg der Autobahn A115 gelang es den Einsatzkräften schließlich, den Raser zu stoppen. Er wurde festgenommen und mit bei der Verfolgungsjagd erlittenen Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht.
Weiteres Ermittlungsverfahren wegen Brandstiftung
Wie der KURIER erfuhr, ist der Mann zudem Tatverdächtiger in einem weiteren Ermittlungsverfahren. Am Dienstag hatte in der Holtzendorffstraße in Charlottenburg eine Dachgeschosswohnung gebrannt, die Feuerwehr war mit mehr als 100 Kräften im Einsatz. Nach dem Einsatz war das Gebäude so stark beschädigt, dass "das gesamte Vorderhaus wegen Einsturzgefahr gesperrt werden musste", so eine Polizeisprecherin.
Und weiter: "Im Zuge der Ermittlungen der Kriminalpolizei der Direktion 2 wurde der 56-jährige Mieter der Brandwohnung als Tatverdächtiger einer fahrlässigen Brandstiftung festgenommen." Da zunächst aber kein Grund für eine Untersuchungshaft vorlag, wurde der Mann nach seiner Vernehmung wieder auf freien Fuß gesetzt. Nur wenig setzte er sich nach derzeitigem Ermittlungsstand ans Steuer seines roten Volvos, bis er schließlich erneut festgenommen werden konnte.
Im Auto des Mannes wurden laut Polizei zwei Ampullen Betäubungsmittel gefunden, sein Führerschein wurde beschlagnahmt. Wegen seiner Amok-Fahrt wird nun wegen Verkehrsunfallflucht, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, gefährlicher Körperverletzung und Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz ermittelt.
Ihre Meinung interessiert uns. Feedback zu diesem Beitrag senden Sie bitte an leser-bk@berlinerverlag.com