22 Bulgarinnen sexuell ausgebeutet

Puff-Trio lockte Mädchen mit Barjobs

Nebend dem Angeklagten sollen auch zwei Frauen verantwortlich sein.

Kerstin Rebien
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Rotlich-Boss B. musste sich am Donnerstag vor Gericht verantworten.

Rotlich-Boss B. musste sich am Donnerstag vor Gericht verantworten.

© Ben Vogt

Für das Schicksal der Betroffenen sollen neben Krasimir B. (50) auch zwei Frauen verantwortlich sein: Mit vor Gericht stehen nun Venelina F. (42) und Tanya A. (25). Sie sollen in den Bordell- und Escort-Service von B. in Kreuzberg und Treptow eingestiegen sein. Die Anklage: „Ab 2009 übernahmen sie organisatorische Rollen.“

Junge Bulgarinnen aus prekären finanziellen und sozialen Verhältnissen wurden laut Ermittlungen als Prostituierte rekrutiert. Oft mit der Lüge: „Du kannst in Berlin als Kellnerin gutes Geld verdienen.“ Mit großen Träumen hatte auch Tanya A. Bulgarien verlassen. Da war sie 18. Und lernte den mutmaßlichen Rotlicht-Boss und Landsmann B. kennen. Tanya A. :„Es war eine gewisse Liebe.“ Sie wurde erst Hure, führte dann ab 2014 ein Bordell.

Nun ihr Teilgeständnis: „Ich betrachte meine Unterstützung des B. als Fehler.“ Doch es sei höchstens Beihilfe gewesen: „Krasimir B. war eindeutig der Chef im Hintergrund.“ Sie habe Preise und Regeln nicht festgelegt. Laut Anklage mussten die Huren bis zu 50 Prozent abgeben. Tanya A. hoffte auf eine Rückkehr mit B. nach Bulgarien – „auf unser gemeinsames Grundstück, für ein bürgerliches Leben“. Seit sieben Monaten sitzt sie wie er in der U-Haft. Fortsetzung: 1. Juni. KE.

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