211 Tage nach seinem Kreuzbandriss gehört der Mittelfeld-Kämpfer morgen in Karlsruhe erstmals wieder zum Profi-Kader von Hertha BSC

Die langen Leiden des Patrick E.

Andreas Baingo Dajana Rubert
Lesezeit 3 Min

Berlin - Für manche Hertha-Fans ist es der längste unerfüllte Traum in Blau-Weiß. Für andere ist es schlicht und einfach nur Patrick Ebert. Längst hätte der 23-jährige Mittelfeld-Kämpfer Nationalspieler sein können. Doch ungezählte Turbulenzen und Verletzungen pflastern seinen Weg. Es sind die langen Leiden des Patrick E.Ende. Schnitt. Alles auf Anfang. Alles wird gut. 211 Tage nach seinem Kreuzbandriss gehört Patrick Ebert in Karlsruhe (morgen, 13.30 Uhr) erstmals zum Zweitliga-Kader von Hertha BSC. Der Trainer vertraut ihm, was nicht immer so war. Man frage nur bei Lucien Favre nach. Auto-Affären (ob mit Außenspiegeln oder mit zu hoher Geschwindigkeit) sollen passé sein. So versichert er. Und so hoffen alle. Denn Fans genug hat Patrick Ebert noch immer. Wer weiß, womöglich werden es auch wieder mehr.Axel Kruse zum Beispiel, Hertha-Idol und in jungen Jahren gleichfalls nicht immer einfach zu nehmen, hält von Ebert sehr viel. "Ich persönlich habe eine Schwäche für ihn", sagt der Ex-Kapitän, "denn außergewöhnliche Spieler sind halt manchmal ein bisschen bekloppt."Das meint Kruse gar nicht böse. Im Gegenteil. Es ist fast eine Liebeserklärung. Dabei denkt der Ex-Stürmer ein wenig auch an seine eigene stürmische Jugend. Als auch er regelmäßig aneckte und einmal sogar einen Schiri bewusst umrannte. "Klar hat Patty ein paar Fehler gemacht, aber auch ich habe in jungen Jahren Fehler gemacht - nur hat man die schon wieder vergessen."Für Kruse ist klar, dass Ebert seinen Weg trotz aller Eskapaden der Vergangenheit, der Leichtsinnigkeiten und Turbulenzen geht. "Wenn ich ihn so sehe, wie er mit Fleiß und Ernsthaftigkeit an seinem Comeback gearbeitet hat, dann hat er einen Sprung gemacht. In seiner Persönlichkeitsentwicklung ist er enorm vorangekommen", sagt Kruse.Der Held der Aufstiegs-Mannschaft von 1997 traut Ebert zu, die Kurve zu kriegen. Möglichst schnell und dann für immer. "Er ist doch noch immer jung, hat noch immer viele Jahre vor sich. Und er hat viel gelernt."Vielleicht hilft Ebert dabei die Verletzung, die ihn sieben Monate außer Gefecht gesetzt hat. Kruse bricht unentwegt eine Lanze für ihn, staunt: "Wer hätte damit gerechnet, dass Patrick so positiv verrückt an seinem Comeback arbeitet?" Damit die langen Leiden endlich zu Ende gehen.------------------------------HERTHA KOMPAKTSorgen um Roman HubnikAuch das noch! Nicht nur, dass Roman Hubnik sein Länderspiel mit Tschechien gegen Kroatien am Mittwoch 2:4 verlor, Herthas Abwehr-Ass zog sich auch noch eine Oberschenkelblessur zu. Sein Einsatz morgen in Karlsruhe steht damit auf der Kippe.Tolle UnterstützungDie blau-weißen Anhänger tun alles, um beim Unternehmen Aufstieg zu helfen. In Karlsruhe werden erneut 1800 Fans die Babbel-Elf unterstützen. Und das liegt nicht allein an der Freundschaft zum KSC, sondern auch an der Liebe zu Hertha.------------------------------

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