Dass nicht ganzheitlich Misstöne vorherrschten, lag an einer Leistungssteigerung der Eisernen nach der Pause und der Nervenstärke von Sebastian Polter. Der war vor der Pause schon einmal von seinem Bewacher Danilo Soares brutal im Sechzehner in den Würgegriff genommen worden. Da blieb die Pfeife des nicht immer mit den gleichen Maßstäben urteilenden Unparteiischen stumm.
Doch in Minute 59 legte sich Schiri Matthias Jöllenbeck fest, zeigte auf den Punkt. Manch einer wollte da eine Schwalbe gesehen haben. Doch selbst Bochums Trainer Robin Dutt merkte an, dass er aus seiner Entfernung da auch eher ein Foul gesehen haben. Polter verstand nicht einmal die Fragestellung. „Klar stelle ich das Bein raus und hoffe, dass er mich trifft. So ist es dann ja auch gekommen. Für mich ein ganz klarer Elfer“, meinte der Mittelstürmer, der mal wieder den Vorzug vor Sebastian Andersson bekommen hatte.
Lautstarke Unioner auf den Rängen
Als die Zeit zum verwandeln kam, bewies er Nervenstärke. Sämtliche Störfeuer und Mätzchen der Revierkicker ließen ihn kalt. „Unsere Fans haben mich sich so lautstark angefeuert, da hat das nicht gestört“, meinte der gebürtige Wilhelmshavener.
Eiskalt verlud er Manuel Reimann im VfL-Gehäuse (60.) und sorgte mit seinem fünften Saisontreffer dafür, dass keiner mehr Stoßgebete in Köpenick gen Himmel schicken musste, sondern sich seine und alle anderen Arme zufrieden gen Himmel reckten.
Danach war eigentlich alles gelaufen. Bochum war vorne zu harmlos und hinten hielt die eiserne Herrlichkeit, was sie im bisherigen Saisonverlauf versprochen hatte. Nur 12 Gegentreffer sind nach wie vor Ligabestwert. „Wir haben ja des öfteren schon bewiesen, dass wir solche Spiele ziehen können und einen Vorsprung nicht mehr hergeben. Daher waren wir da recht zuversichtlich“, meinte Unions Mannschaftskapitän Christopher Trimmel.
Es hätte wohl nicht mehr des 2:0 durch Robert Zulj (87.) nach einem wundervollen Zuspiel von Marcel Hartel benötigt. Aber es rundete dieses Spiel ab.
Ihre Meinung interessiert uns. Feedback zu diesem Beitrag senden Sie bitte an leser-bk@berlinerverlag.com