15-Jährige an Freier verkauft

Sex-Rentner kommt mit Geldstrafe davon

Es geht um falsche Liebe und käuflichen Sex. Ein 63-Jähriger soll eine 15-Jährige für Sex-Geschäfte missbraucht haben.

Jürgen Kowallik
Lesezeit 2 Min

Zum Schutz der Jugendlichen und mit Rücksicht auf die Privatsphäre des Angeklagten schloss die Richterin zu Beginn der Verhandlung die Öffentlichkeit aus. Zuvor betonte der Angeklagte noch, er sei kein Pädophiler.

Klaus G. und Korinna kannten sich, weil sie Nachbarn auf einem Dauer-Campingplatz in Itzstedt (Schleswig-Holstein) waren, wo die Familie der Neuntklässlerin lebt. Als das Mädchen im Sommer vergangenen Jahres verschwand, sorgte dies bundesweit für Schlagzeilen. Die 15-Jährige galt eine Woche lang als vermisst.

Dann tauchte Korinna in Sex-Portalen auf – Fotos im BH, Mini-Kleid und barbusig. Dazu der Text: „Hi, ich bin Jana und 19 Jahre jung, sehe super aus ... Ich bin dauergeil (nymphoman)...“ Detailliert wurden Sex-Praktiken aufgelistet.

Es stellte sich heraus: Sie war freiwillig mit dem ehemaligen Reisebüro-Inhaber aus Berlin eine sexuelle Beziehung eingegangen und anschließend untergetaucht. Laut Anklage sollte das Mädchen die gemeinsame Flucht durch Prostitution finanzieren, denn der Arbeitslose hatte kein Geld. Auf der Reise Richtung Süddeutschland kam es zu mehreren Treffen mit mindestens sechs Männern. Der Startpreis für eine Stunde war auf 175 Euro angesetzt.

Nachdem die Eltern das Mädchen als vermisst gemeldet hatten, startete die Familie eine Such-Kampagne über Facebook. Durch einen Hinweis stieß Korinnas Bruder auf die Sex-Anzeige. Er gab sich als Kunde aus und vereinbarte einen Termin. Auf einem Campingplatz in Rastatt, wo sich das ungleiche Paar versteckt hielt, wurden der Rentner und das Mädchen dann von der Polizei festgenommen.

Das Amtsgericht verurteilte Klaus G. wegen der Vermittlung von Sex-Geschäften mit einer Jugendlichen zu einer Geldstrafe von 2700 Euro. JK

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