15 000 Objekte fliegen um die Erde. Der größte Teil Schrott

Im All sieht's aus wie bei Hempels unterm Sofa

Jochen Knoblach
Lesezeit 2 Min

Bremen - Sollte eine Hausfrau eine so vermüllte Wohnung vorfinden, sie würde sicherlich zu einem feuerspeienden Putzdrachen. Die Rede ist vom Erdorbit. Da sieht's aus, wie bei Hempels unterm Sofa. Und das birgt Gefahren.Ein dichtes Band von Weltraumschrott umfliegt die Erde. Und es wird mehr Müll. Damit nimmt die Gefahr für Satelliten im Erdorbit zu. Das sagt Professor Heiner Klinkrad von der europäischen Raumfahrtagentur ESA: "15 000 Objekte verschiedener Größen fliegen dort oben rum, die Gefahr eines Zusammenstoßes wird immer größer." Hinzu komme, dass von 6000 umherfliegenden Satelliten nur noch 1000 ihren Zweck erfüllten.Kosmische Unfälle sind nicht selten: Im vergangenen Februar kollidierte der ausrangierte russische "Kosmos-2251" mit einem "Iridium"-Kommunikationssatelliten - neuer Schrott ...Doch nicht nur dieser Müll, auch das "Weltraumwetter" kann funktionierende Satelliten außer Betrieb setzen. So können Sonnenstürme die empfindliche Elektronik lahm legen, sagt Juha-Pekka Luntana von der ESA. "Wenn wir da oben eine Störung haben, dann haben wir hier unten eine Störung." Das heißt: Telekommunikation, Navigation oder auch Wettervorhersage funktionieren nicht.Die ESA hat daher ein Pilotprogramm zur Beobachtung des Erdorbits gestartet. Luntana: "Bei rechtzeitigem Wissen eines drohenden Sonnensturms kann der Satellit vorübergehend abgeschaltet oder vom Sturm abgewendet werden, um die Elektronik zu schützen." Auch der Weltraumschrott soll genauer erfasst werden, damit Kollisionen vermieden werden.Aber das kann nur ein erster Schritt sein. Wissenschaftler denken bereits über Müll-Entsorgung und Müllvermeidung im Orbit nach. Genau das, was eine gute Putzfrau auch machen würde. JK------------------------------

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