13 Stunden Todesangst

C. Keikus
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Berlin - Er war der schwarze Mann, vor dem sich alle Kinder fürchten. Dunkel maskiert stand Carsten W. da, hielt eine Sichel an den Hals ihrer Mutti. Was für ein grauenhafter Moment für die kleine Karoline aus Kleinmachnow. Dann packte er zu, riss sie der weinenden Mama aus den Armen, schleppte sie weg. 13 Stunden war Karoline K. in der Gewalt ihres Entführers. Es waren 13 Stunden Todes-Angst.Die Polizei konnte den Horrortrip jetzt rekonstruieren: W.s Griff war so brutal, dass sich eine 4-Jährige niemals hätte herauswinden können. In Panik, völlig hilflos in des Fängen des Kidnappers - Karoline schrie, als Carsten W. (44) sie am Donnerstag in sein rotes Auto stieß, hinters Steuer sprang und mit ihr losraste. Von Entführungen wissen Kita-Kinder wenig und auch nicht viel von bösen Männern. Aber dass gerade was Schlimmes passiert ist, hat sie geahnt. "Der Onkel hat mir Geschichten erzählt und mir eine Stoffschildkröte geschenkt", sagte das Mädchen nach ihrer Freilassung am späten Abend. Da der ehemalige Familienvater selbst drei Kinder (6, 7 und 9 Jahre) hat, weiß er gut, wie man sie ein bisschen trösten kann. Trotzdem: Wohl gefühlt hat sich sein Opfer bei ihm nicht.Karoline erzählte auch von einem langen Waldspaziergang an einem See und von einem Eis, das sie bekommen hat. Die Polizei weiß mittlerweile, dass der Entführer mit ihr auf einem im Winter verlassenen Campingplatz war.Die ganze andere Zeit saß das Kind in seinem roten Auto. Carsten W. fuhr mit der verängstigten Kleinen herum. Auch noch als es Zeit fürs Abendbrot war und draußen ganz dunkel wurde.Um 21.20 Uhr, nach 13 bangen Stunden, war Karolines Martyrium endlich vorbei. Mit noch einem furchtbaren Schrecken. Denn plötzlich war sie ganz alleine. Carsten W. ließ sie einfach in der Nacht mitten in Kleinmachnow an einer Straße stehen. Ohne, dass sie die Gegend, den Heimweg kannte. Zum Glück kam zufällig der Vater ihrer Freundin vorbei.Wie oft hat Karoline wohl nach ihrer Mutti gefragt? Die Ermittler wissen bisher nur, dass sie die lange Zeit über nicht mit ihren Eltern sprechen durfte. "Der Täter gab der Mutter bei seinen Telefonaten kein Lebenszeichen vom Kind", sagt Ermittlungs-Leiter Uwe Flemming."Wir sind sehr froh, dass das Kind weder körperlich und seelisch Schaden genommen hat", sagte Brandenburgs Innenminister Dietmar Woidke, nach der Freilassung. Ein wenig voreilig. Denn ohne Spuren geht so ein Tag an keinem Kind vorbei.Karolines Trauma wird sich wohl erst in einigen Tagen oder gar Wochen zeigen - in schlimmen Träumen, schlaflosen Nächten und der Angst vor dem schwarzen Mann, der sie 13 Stunden lang quälte. BU: Die Polizei-Karte beschreibt, was genau in denletzten Stunden der Entführung geschah.BU: Vom Geschäftsmann zumObdachlosen: Carsten W. hatte alles verloren, war verschuldet.Zwischenzeile: ER WARF SEIN OPFER IM DUNKELN AUS DEM AUTO

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