125 Jahre Hertha BSC

Das Tonband der Schande

Bielefeld bot 22.0000 Mark damit die Berliner verlieren.

Wolfgang Heise
Lesezeit 2 Min
Horst Gregorio Canellas während der Gerichtsverhandlung zum Bundesligaskandal der Saison 1971/1972.

Horst Gregorio Canellas während der Gerichtsverhandlung zum Bundesligaskandal der Saison 1971/1972.

© imago

Am 6. Juni 1971 wurde die Bundesliga vom Bestechungsskandal erschüttert. Offenbach-Boss Horst-Gregorio Canellas enthüllte mit Telefonmitschnitten den Abstiegssumpf. Er hatte erfahren, dass Bielefeld den Hertha-Spielern vorm letzten Spieltag 22.0000 Mark geboten hatte, wenn sie verlieren. Canellas wollte das mit einer Siegprämie für die Blau-Weißen verhindern und telefonierte mit den Spielern Tasso Wild und Bernd Patzke.

Canellas: „Sie sagten mir gestern 120 000.“ Wild: „Also hören Sie mal, ich habe einen ganz duften Vorschlag: Weil es Offenbach ist, und ohne Kuhhandel hin und her: 140 und die Sache ist für Sie in Ordnung.“ Canellas: „140.“ Wild: „Ist das Spiel gewonnen, wechselt die Tasche den Mann. In der Tasche ist das Geld, und geht leer zurück.

Ist das fair?“ Canellas: „Ja, das ist fair. Meinen Sie denn, dass die Bielefelder noch einmal überbieten und Sie dann umfallen?“ Wild: „Nein“. Auch Patzke beteuerte: „Herr Canellas, ich weiß, dass gestern einer von Bielefeld schon da war.“ Canellas: „War schon einer da.“ Patzke: „Ich sage Ihnen das, Sie können mir glauben, ich werde alles machen. Wir spielen auf Sieg.“ Hertha verlor trotzdem 0:1, Offenbach stieg ab. Warum es so kam, lesen Sie morgen.

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