110

Kein Anschluss unter dieser Notrufnummer

Berliner landen immer häufiger in der Warteschleife der Polizei.

Philippe Debionne_richtig
Lesezeit 2 Min
Fehlendes Personal ist der Grund für das Notruf-Fiasko. 

Fehlendes Personal ist der Grund für das Notruf-Fiasko. 

© David Ebener/dpa

Massive Probleme in der Notrufzentrale

In dem Video, das derzeit bei Youtube kursiert, wartet der Anrufer fast eine ganze Minute, ohne mit einem Polizisten reden zu können. Viele fragen sich: Ist das Video echt? Fakt ist: Wenn ein Notruf nach 17 Sekunden nicht angenommen werden kann, wird der Anrufer per Bandansage auf Deutsch und Englisch darum gebeten, nicht aufzulegen, sagt die Polizei.

Der bislang Unbekannte, der das Filmchen hochgeladen hat, war glücklicherweise nicht in einer Notsituation. Vielmehr scheint es ihm darum gegangen zu sein, auf die massiven Probleme in der Berliner Notrufzentrale hinzuweisen. Und die gibt es, wie eine Kleine Anfrage des AfD-Abgeordneten Marc Vallendar zeigt. Polizeiintern gibt es die Zielvorgabe, 90 Prozent der 110-Anrufe innerhalb der ersten zehn Sekunden anzunehmen. Doch davon sind die Einsatzkräfte in der Realität weit entfernt.

Es gibt zu wenig Personal

Von 273.757 Notrufen in den ersten drei Monaten dieses Jahres konnten nur 213.990 in den ersten zehn Sekunden angenommen werden. 12.550 Anrufer mussten zwischen 20 und 30 Sekunden warten. In 23.962 Fällen mussten die Personen sogar länger als 30 Sekunden, bis sie mit einem Polizisten sprechen konnten. Wie lange diese Anrufer maximal warteten, wird nicht aufgeführt.

Für Polizeigewerkschaftler ist das derzeitige Notruf-Fiasko ganz klar „ein Zeichen dafür, dass es schlichtweg zu wenig Personal gibt“, wie es am Montag hieß. Ein Ermittler bringt es auf den Punkt: „Es geht zwar nur um Sekunden. Aber die entscheiden manchmal über Leben und Tod.“

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