Ja, wir sprechen hier über sein "bestes Stück". Genauer gesagt, über das von Stefan Scheiblecker, einem jungen Mann, der ein Tabu gebrochen hat. Er hat seine Penislänge geoutet: 11 Zentimeter. Unter diesen 11 Zentimeter hat er sein halbes Leben lang gelitten. Denn 11 Zentimeter, davon war der Österreicher überzeugt, sind viel zu wenig, um je glücklich zu werden (und jemanden zu machen).Heute sieht er's entspannter, hat kein Problem mehr mit seinem Penis, hat sogar ein Buch über ihn geschrieben. Amüsant berichtet er über die eigentlich so gar nicht lustige Zeit, in der er alles, aber auch alles versuchte, um an Länge zu gewinnen. Ganz schön mutig, so ein Outing?"Wenn schon, dann wollte ich der erste sein, der drüber schreibt", sagt Stefan Scheiblecker. Und lacht. "Und es war auch ein Befreiungsschlag. Vielleicht ja auch für viele andere Männer, die das Buch lesen."Seine persönliche Penis-Problematik war schon in frühester Pubertät präsent, spätestens seit dem gemeinsamen Duschen nach dem Sport. "Der dicke Stefan mit dem kleinen Sch ...", spöttelten die anderen Jungs. Mit den ersten Sexheftchen nahm das Trauma gewaltigere Ausmaße an. "Da war dieser Kerl namens Long Dong Silver - und sein Dong war mindestens viermal so lang wie meiner."Und dann Sabine, seine erste große Liebe. Erst traute sich Stefan monatelang nicht, sich vor ihr nackt zu zeigen. Als es soweit war, wollte er von ihr die ganze Wahrheit wissen. Die Antwort kam prompt: "Der Größte ist er vielleicht nicht." Dass sie ein "Aber es kommt ja mehr darauf an, wie du mit ihm umgehst" nachschob, machte es nur noch schlimmer: Zu kurz geraten, und jetzt auch noch unter Leistungsdruck! Die Freundin war bald weg, die "multiplen Minderwertigkeitskomplexe" blieben.Ein Grund mehr, sich weiter seinen Selbstversuchen in Sachen Penisvergrößerung zu widmen. Mit so ziemlich allem, was das Internet an Ratschlägen hergab und was auf dem einschlägigen Markt (sprich: Sex-Shops) zu kriegen war: Er probierte die arabischen "Jelq-Massage", die er mittels eines Metallrings perfektionierte, was ihm gewaltige Schmerzen und einen beschämenden Besuch in der Notaufnahme einbrachte - und längenmäßig rein gar nichts.Stefan versuchte es mit Dehnungs-Methoden ("Helicopter-Strech"), Muskeltraining ("Kegel-Methode"), mit Mittelchen, die die Durchblutung steigern, mit einer Vakuum-Pumpe, die eine Verlängerung von fast fünf Zentimetern versprach - wenn man denn die Pumpe acht Stunden täglich ansetzte. Doch es blieb dabei: 11 Zentimeter.Zwischendurch fahndete Stefan nach Studien über Penislängen, um zu erfahren, dass die Franzosen im Durchschnitt den längsten (15,48), die Deutschen einen mittelprächtigen (14,61) und die Griechen eher einen etwas kürzeren (12,18) vorzuweisen hätten. Afrikaner sind demnach die bestbestücktesten, Asiaten das Schlusslicht.Dass er nur wenig unterm Durchschnitt - zumindest dem griechischen - liegt, konnte Stefan nicht trösten. Auch nicht die Auskunft von Ärzten, dass man mit 11 Zentimetern noch sehr weit von einem Micro-Penis und damit einem echten Problem entfernt ist. Und dass zudem der empfindliche Teil einer Vagina gemeinhin nicht tiefer als sieben Zentimeter ist und somit auch ein kleiner Penis beim Sex seinen ganzen Mann steht - und manchen Frauen sogar lieber sei.Stefan konnte es nicht überzeugen: "Ich war geradezu besessen von dem Gedanken, meinen Penis zu verlängern. Für mich war da ganz klar ein rein körperliches Problem, und das musste behoben werden. Dass da wohl eher psychisch was falsch lief, auf die Idee kam ich gar nicht." Es ging gar so weit, dass er kurz vor einer OP stand, um das Letzte aus sich herausholen zu lassen: Durchtrennen von Haltebändern mit Aussicht auf drei Zentimeter mehr.Wer weiß, was Stefan sich noch alles zugemutet hätte, wäre er nicht Tatjana begegnet. Mit ihr konnte er offen reden. Und er verliebte sich. "Sie ist so entspannt mit dem Thema umgegangen. Sie hat mir die Augen geöffnet, wie absurd ich mich benehme. Und auf was es doch eigentlich ankommt." Klare Ansage von Tatjana: "Wenn es einem Mann Spaß macht, ist er auch ein guter Liebhaber. Alles andere sind Legenden." Und damit nicht genug. Nach der ersten gemeinsamen Nacht gab's für Stefan noch ein Extra-Kompliment: "Keiner war so ein guter Liebhaber wie du."Eine weitere Erkenntnis aus Stefans Recherchen wollen wir auch nicht verschweigen. Er fragte sich, ob Frauen Männern die Penislänge "ansehen"? Im bekleideten Zustand, versteht sich. Er traf sich mit drei Damen vom Fach, Prostituierte in einem Edelbordell.Erst sollten sie anhand von Bildern berühmter Männer deren Penis schätzen. Albert Einstein kam so auf einen eher kleinen (7,0), Humphrey Bogart auf einen doch ganz beachtlichen (18,0). Nun wollte Stefan Scheiblecker wissen, was die Damen bei ihm vermuten. Einhellige Antwort: "Elf bis zwölf." Woran sie das erkannten? "An allem", sagte die eine. "Am Gesamteindruck", die andere. Und die Dritte: "Am Wesen eines Mannes."------------------------------BU: Die Vakuum-Pumpe war auch keine Hilfe. Stefan Scheiblecker (25) probierte vieles aus, um sein bestes Stück auf Länge zu bringen. Heute kann er darüber schmunzeln.Zwischenzeile: Fiese Hänseleien unter der DuscheZwischenzeile: Schmerzhafte SelbstversucheZwischenzeile: Auch Ärzte konnten keinen Trost spendenZwischenzeile: Die Rettung kam mit der großen Liebe
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