Es ist Mittwochnachmittag, gegen 16.45 Uhr. Martin G. (82) ist in seiner Laube am Ligusterweg in Treptow, als plötzlich seine Frau Ursula aufgeregt nach ihm ruft. „Komm schnell, da rasen ein paar Verrückte mit einem riesigen Auto herum“, so die 78-Jährige. Ihr Mann Martin: „Tatsächlich sind da drei Jungs in diesem Range Rover mit Irrsinnskaracho über ein angrenzendes Feld gedonnert, immer und immer wieder. Meine Frau hat noch gesagt: Das geht nicht mehr lange gut!“
Nur Minuten später kommt es dann tatsächlich zum Unfall. Der 15-jährige Rahib C. (Name geändert) ist mit dem schweren Rover völlig überfordert und rauscht nahezu ungebremst in den Vorgarten von Martin und Ursula G. „Tja, und dabei hat er auch unseren Kombi völlig geschrottet“, so der Senior.
Zunächst versucht der 15-Jährige abzuhauen, doch herbeigeeilte Nachbarn der G.s halten ihn fest. Anschließend behauptet er, kein Deutsch zu verstehen. Als ihm das jedoch niemand abnimmt, gibt er kleinlaut zu: „Ok, das Auto gehört meinem Papa.“ Anschließend schlägt er vor, die Sache „ohne die Polizei zu regeln.“ Doch darauf lässt sich Martin G. nicht ein.
Kurz darauf erscheinen der Vater des 15-Jährigen, weitere Verwandte sowie die Polizei am Unfallort. Und plötzlich wird der zuvor protzige Unfallfahrer wieder zum kleinen Jungen. Mit gesenktem Kopf sitzt er im Polizeiwagen und begreift scheinbar erst jetzt, was er da angestellt hat. „Nehmen sie ihn mit, ich bin stinkesauer! Ich will ihn nicht mehr sehen“, so ein Familienangehöriger zu den Polizeibeamten. Und weiter: „Er soll seine Strafe bekommen!“
Martin G. hilft das Geschimpfe jedoch nicht viel. Er ist auf sein jetzt schrottreifes Auto angewiesen, muss häufig Besorgungsfahrten für seinen zuckerkranken Sohn erledigen. Der 82-Jährige: „Ein Verwandter von dem Rover-Rambo wollte uns erstmal ein Auto leihen, hat er versprochen. Aber bis jetzt haben wir nichts mehr von ihm gehört ...“
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