Der Herbst ist da – und alle Welt blickt auf den Winter! Doch wann er kommt, der erste Schnee, das kann aktuell noch niemand so genau sagen. In ersten Prognosen war bereits die Rede davon, dass der Winter schneller kommen könnte als gedacht – aber bisher sind die Temperaturen nicht so weit in den Keller gestürzt, dass es weiße Flöckchen auf die Erde geschafft hätten. Interessant wird es beim Blick in den 100-jährigen Kalender: Das traditionsreiche Wetter-Werk verrät für die ersten Schneefälle des Jahres sogar einen konkreten Tag.
Der erste Schnee laut 100-jährigem Kalender
Kommt der erste Schnee schon Ende September, im Oktober oder im November? Wenn man manchen Wetter-Experten glaubt, wird es früher und früher, bis wir zwischen Frost und Tiefschnee in der Kälte zittern müssen.
Herrlich entspannt ist da der Blick in den 100-jährigen Kalender, der schon seit Jahrhunderten genutzt wird, um eine grobe Richtung für das Wetter zu bekommen. Wichtig zu wissen: Der Kalender hat natürlich keinerlei wissenschaftliche Grundlage – amüsant und unterhaltsam ist es aber allemal, sich hier Infos über die Wetterprognosen zu holen.
Wer sich auf den ersten Schnee freut, wird nun allerdings geschockt sein: Der 100-jährige Kalender sieht die ersten Flocken nicht vor Dezember! Der Oktober scheint besonders schön zu werden, zwischendurch mischt sich nur etwas Regen ins Bild. „Großer Regen“ ist für die Zeit vom 17. bis zum 23. Oktober angekündigt, danach kommen aber wieder „schöne Tage“ auf uns zu, heißt es. Im November blüht uns dann eine Mischung aus Regen, viel Wind und schönen Tagen, an denen es aber auch Nebel geben kann. Erst am 16. November heißt es dann: „Es fällt Frost ein.“
Im vergangenen Jahr freuten sich auch viele Berliner über einen herrlichen Winter mit viel Schnee, teilweise hatten die Menschen aber auch mit extremer Glätte zu kämpfen.
© Hannes P. Albert/dpa
Kalt kann es dann werden, von Schnee ist aber keine Rede. Erst pünktlich zum 1. Dezember, dem Start in den Weihnachtsmonat, sehen die Prognosen im 100-jährigen Kalender die ersten Schneeflocken des Jahres. „Auf den nassen Erdboden fällt viel Schnee, es wintert zu“, heißt es. Nur ein paar Tage später, am 5. Dezember, gibt es dann erneut viel Schnee. Und gegen Ende des Monats kommt es bei kälter werdenden Temperaturen zu Schnee in höheren Lagen.
Richtig eingeläutet wird der Winter dann laut den Prognosen ab dem 29. Dezember. Bis Silvester soll es wieder zuschneien – und darauf soll eine eisige Kälte folgen.
Wird der 1. Dezember der Stichtag für den Winter?
Der Stichtag für den Winter scheint also zumindest laut dem 100-jährigen Kalender der 1. Dezember zu sein. Wenn das Weihnachtsfest näherkommt, könnten auch die ersten Flocken fallen. Zwar sehen die aktuellen Prognosen der Wetter-Experten einen eher milden Winter auf uns zukommen, der – Stand jetzt – wärmer ausfallen könnte als das Klimamittel. Aber: Diese Prognosen beziehen sich jeweils auf komplette Monate. Es kann also zwischen milden Tagen dennoch passieren, dass es Schnee und Kälte gibt – und der Monat in der Gesamtbilanz trotzdem milder ausfällt.
Wird es wieder ein richtig schöner Winter? Das kann man jetzt noch nicht sagen. Bis zum ersten Schnee wird auf jeden Fall noch eine ganze Weile vergehen!
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Wichtig ist: Der 100-jährige Kalender hat keine wissenschaftliche Grundlage. Es handelt sich dabei um ein altes Wetterbuch, das angeblich das Wetter für viele Jahre im Voraus vorhersagen kann. Er geht auf den fränkischen Zisterziensermönch Mauritius Knauer (1613–1664) zurück. Knauer führte zwischen 1652 und 1658 genaue Wetteraufzeichnungen und glaubte, dass das Wetter von den damals bekannten sieben Himmelskörpern beeinflusst werde: Sonne, Mond, Merkur, Venus, Mars, Jupiter und Saturn. Auf Grundlage dieser Annahme entstand ein System, das sich angeblich alle sieben Jahre wiederholt. Später wurde daraus der sogenannte 100-jährige Kalender.
100-jähriger Kalender: Das steckt dahinter
Bis heute greifen manche Menschen auf den Kalender zurück, um langfristige Wetterprognosen abzuleiten. Für jedes Jahr werden Aussagen über Jahreszeiten, Niederschläge, Kälte- oder Hitzeperioden gemacht. Besonders im ländlichen Raum und bei Bauernregeln spielt der 100-jährige Kalender noch gelegentlich eine Rolle.
Aus wissenschaftlicher Sicht gilt der 100-jährige Kalender jedoch nicht als zuverlässiges Mittel, um das Wetter vorherzusagen. Die moderne Meteorologie zeigt, dass Wetter durch ein hochkomplexes Zusammenspiel von Luftdruck, Temperatur, Meeresströmungen, Sonneneinstrahlung und vielen weiteren Faktoren entsteht. Das Wetter ist ein chaotisches System: Schon kleinste Veränderungen können langfristig zu völlig unterschiedlichen Entwicklungen führen. Deshalb sind präzise Wettervorhersagen heute meist nur für wenige Tage bis etwa zwei Wochen sinnvoll möglich.
Spiegelglatte Straßen gehörten im vergangenen Jahr zum Winter dazu.
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Klima hat sich seit Entwicklung des Kalenders verändert
Hinzu kommt, dass sich das Klima seit Knauers Zeit deutlich verändert hat. Durch den Klimawandel haben sich Durchschnittstemperaturen, Niederschlagsmuster und die Häufigkeit von Extremwetterereignissen verändert. Selbst wenn es früher gewisse Wiederholungen gegeben haben sollte, wären diese heute nicht mehr zuverlässig übertragbar.
Der 100-jährige Kalender besitzt daher vor allem kulturgeschichtliche Bedeutung. Er zeigt, wie Menschen vor Jahrhunderten versuchten, Naturerscheinungen zu verstehen und vorherzusagen. Und bietet damit auch Unterhaltungswert.
Wer aber wissen will, wie das Wetter im Winter wirklich wird und wann in unseren Breiten und eventuell auch in tiefen Lagen der erste Schnee fällt, der kann im Moment nur eines tun: abwarten! Und sich vielleicht auch überraschen lassen. Denn der vergangene Winter hat mit Eisregen, Schnee und massiver Glätte ein weiteres Mal gezeigt, dass man die spannendsten Entwicklungen beim Wetter so lange Zeit im Voraus nur bedingt vorhersagen kann.
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