1. FC Union

So mini und schon so Eisern!

Vor dem Spiel gegen Leipzig kickten Köpenicks U7-Teams an der Alten Försterei

Mike Wilms
Lesezeit 4 Min
Felix und Djordi kicken in Orange: Die Jungs vom Köpenicker SC müssen einen Angriff abwehren.

Felix und Djordi kicken in Orange: Die Jungs vom Köpenicker SC müssen einen Angriff abwehren.

© Sabine Gudath

Die Schwestern Anouk, Valeria und Dalia wissen, was im Fußball wichtig ist – „Tore schießen!“

Die Schwestern Anouk, Valeria und Dalia wissen, was im Fußball wichtig ist – „Tore schießen!“

© Sabine Gudath

Die Schwestern Anouk, Valeria und Dalia (6) sind Drillinge. Sie spielen Seite an Seite in der G-Jugend der SG Grün Weiß Baumschulenweg. Aber über ihren Tipp für den Union-Sieg gegen Leipzig werden sie sich nicht so recht einig – irgendwas zwischen 1:0 und 3:0. Hauptsache, Union gewinnt. Die Mädchen stehen mitten im Gewusel auf einem Trainingsplatz am Nachwuchsleistungszentrum.

Benno will später Fußballprofi werden

Gewusel ist eigentlich noch untertrieben, denn alle U7-Teams kicken gleichzeitig auf dem in kleinere Spielfelder unterteilten Rasenplatz. „Beim Mini-Fußball-Festival geht es uns darum, dass jedes Kind viel Spielzeit, viele Ballkontakte, Torchancen und Erfolgserlebnisse hat“, sagt Union-Bereichsleiter Paul Küchenmeister (34). Jede Mannschaft bestreitet sieben Spiele, die je sieben Minuten dauern. Drei gegen drei, ohne Torwart . Diese Regeln empfiehlt der DFB für die Mini-Altersklasse. Der Profi-Klub Union hat selbst keine G-Jugend. Aber er stellt dem Mini-Nachwuchs von Köpenick gern seine Anlagen und sein Know-how zur Verfügung.

Benno (6) sitzt auf den Schultern von Papa Thomas. Er will sehen, ob Unioner hinter dem Zaun kicken.

Benno (6) sitzt auf den Schultern von Papa Thomas. Er will sehen, ob Unioner hinter dem Zaun kicken.

© Sabine Gudath

In einer Spielpause klettern ein paar Jungs auf die Schultern ihrer Väter und schauen über den Zaun: Sie wollen herausfinden, ob dahinter die erwachsenen Eisernen vielleicht ein Abschlusstraining absolvieren. „Ich möchte später auch mal Fußballprofi bei Union werden“, sagt Benno (6), der die Nummer 10 bei der SG Grün Weiß Baumschulenweg trägt. Er spielt am liebsten in der Abwehr oder im Tor. Sein Fußball-Star ist: Union-Kapitän Christopher Trimmel (32).

In der Vorbilder-Frage ist Mats Podolski (6) vom Grünauer BC anderer Ansicht. Er sagt: „Ich mag Felix Kroos!“ Aber dessen Bruder, Weltmeister Toni Kroos von Real Madrid, sei auch ganz okay. Beim Mini-Fußball-Festival hat Mats „schon mehrere Tore“ geschossen, was ihn seinen Sport-Idolen ja bereits recht nahe bringt. 

Mats Podolski (6) vom Grünauer BC ist ein Bewunderer von Union-Spieler Felix Kroos und dessen Bruder Toni. 

Mats Podolski (6) vom Grünauer BC ist ein Bewunderer von Union-Spieler Felix Kroos und dessen Bruder Toni. 

© Sabine Gudath

Noch ganz neu in seinem Vereine ist dagegen Valentin (6) vom Köpenicker FC, dem Klub in Orange. „Er ist gerade eingeschult worden, aber der Fußball gibt ihm die Chance, seine Kita-Freunde wiederzusehen“, sagt Valentins Mutter. Kameradschaft und Teamgeist: Diese Werte werden beim Mini-Fußball-Festival groß geschrieben. Deshalb gibt es auch keine Siegerehrung, sondern alle Teams dürfen noch mal nach vorne kommen – und so laut wie möglich ihren jeweiligen Schlachtruf zum Besten geben.

Nach zwei Stunden Fußball haben die insgesamt 100 Jungen und Mädchen jetzt wieder Zeit, über die große Frage zu fachsimpeln: Wie geht das Union-Spiel gegen die Leipziger Brause-Truppe aus? Adrian Kucak (6) vom Friedrichshagener SV tippt auf einen 3:2-Sieg für die Eisernen. Stine Auerbach (5) schaut fragend ihre Mutti und Trainerin Melanie (41) von der SG Grün Weiß Baumschulenweg an. Richtig gut im Fußball sei Union ja auf jeden Fall, aber ein genaues Ergebnis? Schließlich legt sich Stine auf einen Tipp fest: „6:1.“

Trainerinnen-Tochter Stine Auerbach (5) aus Treptow wagt einen Tipp für das Bundesliga-Spiel Union gegen Leipzig. Sie ist sicher, dass die Eisernen gewinnen – mit 6:1.

Trainerinnen-Tochter Stine Auerbach (5) aus Treptow wagt einen Tipp für das Bundesliga-Spiel Union gegen Leipzig. Sie ist sicher, dass die Eisernen gewinnen – mit 6:1.

© Sabine Gudath

Wir, die KURIER-Reporter, müssen zugeben, dass wir noch eine andere Frage gestellt haben – und zwar eine Fangfrage. Wir wollten von den Kindern wissen, ob sie außer Union noch einen zweiten Bundesliga-Verein mögen. Aber wir können an dieser Stelle verraten: Sieht man von vereinzelten Hertha- und Dortmund-Nennungen ab, ist Union für die Kids einfach der Helden-Klub der Stunde. Oder in den Worten der Drillinge Anouk, Valeria und Dalia: „Die können schnell rennen und schießen Tore.“

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