1. FC Union-Boss Zingler

Wir wollen das KWO-Gelände

Die Eisernen wollen den Nachwuchsteams ein Zuhause zu geben

Mathias Bunkus
Lesezeit 3 Min
Zwei Fäuste für jetzt 23 Punkte – Klub-Boss Dirk Zingler bejubelt den Sandhausen-Sieg.

Zwei Fäuste für jetzt 23 Punkte – Klub-Boss Dirk Zingler bejubelt den Sandhausen-Sieg.

© imago/Matthias Koch

Die Fäuste vor Freude geballt und in einen feinen Mantel gehüllt stand Dirk Zingler beim Schlusspfiff gegen Sandhausen da. Geschafft. 23 Punkte eingesackt. Es herrscht wieder gute Laune im wilden Wuhlistan. Der Super-GAU ist abgewendet, das turbulente Jahr 2015 neigt sich versöhnlich dem Ende zu.

Im Vergleich zum Vorjahreszeitpunkt stehen die Köpenicker zwar tabellarisch tiefer (Rang 13 statt zuvor Platz 10), haben aber nur ein Zählerchen weniger auf dem Konto. Und in den letzten sieben Spielen gab es nur eine Pleite! Zeigt, dass etwas Stabilität in Köpenick eingezogen ist. Egal, wie es heute zwischen Paderborn und Düsseldorf endet, die Rot-Weißen haben mindestens fünf Punkte Vorsprung auf Rang 16. Das bringt Ruhe, bringt Zeit, um die Entwicklung des Teams voranzutreiben.

Aber Zingler weiß, dass viel Arbeit auf die Eisernen zukommt, damit 2016 nicht nur das Jubel-Jubiläum begangen werden kann, sondern es sich insgesamt als ein besseres Jahr heraustellen wird.

Nicht alles lief in der Vergangenheit perfekt. „Mit dem Wissensstand von heute hätte ich die eine oder andere Personalentscheidung früher und konsequenter treffen müssen“, räumte Zingler jüngst im Programmheft ein. Auch künftig will Union keinen Sportdirektor anheuern. Selbst die permanenten Gerichtstermine sind ein bewusstes Arbeitsmittel. Sie werden nicht gescheut, weil man sich davon Kosteneinsparungen erhofft!

Doch es geht um mehr als nur Köpfe und Beine. Auch und gerade in Steine soll kräftig investiert werden. Stichwort Nachwuchsleistungszentrum. Die Köpenicker haben einen neuerlichen Vorstoß unternommen, doch noch an das einstige KWO-Gelände gegenüber des Stadions zu kommen. Union teilte dem Bezirksamt mit, dass man die 63 000 Quadratmeter spätestens mit dem Auslaufen des Vertrags mit dem Mellowpark 2020 übernehmen möchte. Die Betreiber dürfen dort quasi für lau das Grundstück nutzen.

Der Einnahmeverlust fürs Land Berlin wurde von Finanzausschusschef Karlheinz Nolte auf 400 000 Euro jährlich beziffert. Das angebotene FEZ ist Zingler zu klein, zudem mit bautechnischen Auflagen verbunden. Es wäre im Grunde wieder nur eine Stückwerklösung für die rot-weiße Nachwuchsschmiede.
Zumindest beim Internat können jetzt Nägel mit Köpfen gemacht werden. Eine Einigung mit den Nachbarn in der Hämmerlingsraße bezüglich der Grenzbebauung wurde getroffen, dem Bauantrag steht nix mehr im Weg. Und es wird auch künftig im Stadion gebaut werden. Union erwartet bis Ende März eine Machbarkeitsstudie für sein Ballhaus des Ostens. Da geht es um die „Erweiterung des Stadions“, neue „Einlassituationen“ und Wege rund um die Alte Försterei.
Grundsätzlich sieht Zingler Union auf einem guten, aber dornenreichen Weg. Auch wenn man mal Fehler macht. „Es kommt aber darauf an, dass die Summe der richtigen Enscheidungen die Summe der Fehler überwiegt“, so Zingler.

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