„Wir haben uns das anders vorgestellt. Nach dem Tor sind wir zusammengefallen“, sagte ein enttäuschter BFC-Coach René Rydlewciz (45). „Wir sind an einem Punkt angekommen, an dem wir in der Liga und im Pokal nicht konkurrenzfähig sind. Demnach müssen wir personell was tun." Es war so gar nicht der Tag für ihn und seine Jungs. Dabei war eigentlich alles angerichtet für ein Fußballfest. Erstmals überhaupt, dass der Traditionsklub in seiner langen Vereins-Historie im Olympiastadion auflaufen durfte. Der Grund: der heimische Jahnsportpark war aufgrund der Para-Leichtathletik-EM belegt.
Neuer Vereinsrekord
14357 Zuschauer (davon 3500 aus Köln) kamen in die Betonschüssel im Westen der Stadt – Vereinsrekord! Die BFC-Anhänger versenkten die Gegengerade vor dem Anpfiff in ein weinrot-weißes Fahnenmeer.
Dann passierte Historisches. Riesen-Jubel auf der Gegengeraden, als Patrik Twardzik das erste Tor überhaupt für den Traditionsklubs im DFB-Pokal erzielte (19.). Und was für ein Kurioses: Eine Einwurfflanke segelte durch den Kölner Strafraum und landete bei Neuzugang Twardzik (kam aus Halberstadt). Der tschechische Ex-Juniorennationalspieler drosch den Ball in die Maschen – das 1:0. Der Jubilar: „Ich wusste erst gar nicht, dass es das erste Pokaltor für den BFC war. Toll, dass ich das machen durfte.“
Kurze Freude
Die Freude über das historische Twardzik-Tor hielt aber nur kurz an: zwei Minuten später glich Simon Terodde aus (21.). Dann fegte der Zweitliga-Favorit wie ein Orkan durch das Olympiastadion, hatte nicht im Geringsten das Nachsehen mit dem zwei Klassen tieferen BFC, der sich im überwiegend leeren, weiten Rund irgendwie unwohl fühlte. Twardzik: „Wir hätten schon lieber Zuhause gespielt ...“
Terodde, überragender Mann des Spiels, machte noch drei weitere Buden (21./24./75.). Drexler (44./67.), Risse (58.), Koziello (61.) und Schaub (86.) drehten den Spielstand auf 1:9. Eine Packung, die ans 0:8 beim 1. FC Union (2005) erinnert!
Für den BFC sollte es eine nette Flucht aus dem tristen Alltag werden. Am Ende war es eine heftige Klatsche. In der Regionalliga Nordost, dort liegt Dynamo nach drei deutlichen Niederlagen auf Platz 16, geht’s am Freitag in Bautzen weiter.
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