Wie hier in Hannover, bildeten sich auch in Berlin am Morgen Schlangen vor den Aldi-Märkten.  Foto: dpa

Das war ein kurzes Vergnügen. Nur wer am Sonnabend so richtig früh aufstand und sich noch vor Ladenöffnung in einen Schlange stellte, bekam einen der wenigen Corona-Selbsttests beim Discounter Aldi.

Pankow, ein Aldi, die Sonne geht gerade auf. In der Schlange stehen zehn Menschen mit Einkaufswagen. Als sich die Tür um 7 Uhr pünktlich öffnet, schieben sie geduldig in den Markt, die meisten biegen gleich in Richtung Kasse ab. Und das ist klug, denn wer nur eine Runde zu den Brötchen einlegt, geht schon leer aus. Die Pankower Filiale hat nur eine Handvoll Tests zum Verkauf bekommen. Am Abend vorher hatte in einer anderen Filiale ein Aldi-Mitarbeiter zu seiner Kollegin gesagt, ihm graue schon vor dem Sonnabend. Jetzt ist auch klar, warum.

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In einer Mitteilung hatte Aldi schon zuvor gewarnt: „Um möglichst vielen Kunden die Möglichkeit zu geben, Selbsttests zu erwerben, ist die Abgabemenge zunächst auf eine Packung pro Kunde begrenzt.“ Vorsichtshalber bat das Unternehmen seine Kunden gleich „um Verständnis, sollten die Selbsttests aufgrund der hohen Nachfrage schon am ersten Aktionstag vergriffen sein“. Dass es so schnell geht, verärgert die Kunden.

Selbst die Mitarbeiter waren angewiesen worden, keine Tests zu kaufen. In einer weiteren Pankower Filiale war erst am Freitagabend klar gewesen, dass überhaupt eine Mini-Lieferung kommt.

Aldi Filialen bekommen nur wenige Tests

Auch in dieser Filiale sind die 20 gelieferten Tests innerhalb von zehn Minuten ausverkauft. Kunden sind verärgert. Ein Ehepaar wollte die Tests kaufen, um beim Verwandtenbesuch sicherer zu sein. Ein vergleichbares Angebot gebe es bisher nicht, sagen sie. Jetzt wollen sie weitere Läden abklappern.

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Das vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) zugelassene Produkt „AESKU.RAPID SARS CoV-2“ kostet bei Aldi 24,99 Euro – fast 20 Euro weniger, als etwa Apotheken für das gleiche Produkt im Einkauf zahlen müssen. Auch im Internet sind Corona-Tests zur Selbstanwendung teurer. Die Verkäufer bei Aldi sind nun beschäftigt, die Kunden zu beruhigen und zu erklären: „Wenn selbst Herr Spahn keine Tests bekommt, wie soll Aldi das denn schneller hinbekommen“, sagt eine Verkäuferin.  In den nächsten Wochen werde es aber mehr Lieferungen geben. 

In einer weiteren Filiale von Aldi-Nord in Prenzlauer Berg waren die begehrten Test-Kits ebenfalls nach vier Minuten bereits ausverkauft. Wann es wieder Nachschub gibt, wurde in der Aldi-Filiale nicht mitgeteilt. 

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Bereits 15 Minuten vor der Öffnung des Ladens bildete sich auch in Prenzlauer Berg bei Minusgraden bereits eine Schlange. Nachdem das Geschäft um 7 Uhr seine Pforten geöffnet hatte, gingen fast alle Kunden mit leeren Einkaufswagen direkt an die beiden Kassen und kauften die begehrten Tests. Pro Einkauf wurde ein Testkit herausgegeben. Bereits um 7.04 Uhr war bereits wieder Schluss, alle Tests waren verkauft. Auf Nachfrage eines Kunden, ob und wann es Nachschub geben wird, hieß es, dazu wolle, könne, dürfe und werde man sich nicht äußern.

Aldi verspricht Nachschub 

Ein Aldi-Sprecher beantwortete eine Anfrage des Berliner KURIER wegen der großen Nachfrage so: „Vor vielen Märkten im gesamten ALDI Nord Gebiet kam es heute zu keinem größeren Andrang als allgemein an einem Samstag üblich. Nur vereinzelt warteten vor der Öffnung schon einige Kunden vor der Filiale. Wenn es Schlangen gab, so haben diese sich schnell wieder aufgelöst.“ Die Selbsttests seien aufgrund der hohen Nachfrage in vielen unserer Filialen bereits nach kurzer Zeit ausverkauft gewesen.

Die Beschaffung zugelassener Selbsttests sei sehr herausfordernd. „Daher konnten wir heute in unseren Filialen zunächst nur eine sehr begrenzte Menge an Ware anbieten. Trotzdem haben wir uns im Vorfeld dazu entschieden, schon heute mit dem Verkauf zu starten, um die Menschen schon jetzt mit Selbsttests zu unterstützen.“

Wir bitten die Kunden um Verständnis, die am Samstag leer ausgegangen sein sollten und versichern: Nachschub kommt.

Sprecher Aldi Nord

In den nächsten Tagen würden die Märkte mit neuer Ware beliefert. Weitere Selbsttests würden dann angeboten.

In der Filiale in der Storkower Straße waren die Tests ein paar Minuten nach der Ladenöffnung um 7 Uhr vergriffen. KURIER-Reporter sprachen mit enttäuschten Kunden. Ina Feldkamp etwa wollte sich ein Testkit besorgen. Sie arbeitet in einem Berufsbildungswerk mit beeinträchtigten Jugendlichen, ist bisher nicht geimpft worden. „Ein bisschen mehr Sicherheit hätte ich mir mit den Tests bis dahin schon versprochen“, sagt sie.

Ina Feldkamp hätte gern Corona-Selbsttests gekauft. Foto: Markus Wächter / BK 

Auch andere Kunden sind enttäuscht, weil sie nun aus Vorsicht wieder Treffen mit Verwandten verschieben, oder beim Husten des Kindes nicht schnell auf Nummer sicher gehen können. Sie hoffen, dass sich das Angebot in den nächsten Tagen verbessert.

Das Bundesgesundheitsministerium hatte vor vier Wochen die Medizinprodukte-Abgabeverordnung geändert. Damit dürfen Selbsttests seit dem 2. Februar 2021 auch in Drogerien, im Einzelhandel oder beim Discounter verkauft werden. Bei dem bei Aldi verkauften Selbsttest handelt es sich um das Produkt Aesku.Rapid. Nach Packungsangaben soll der Sars-CoV-2-Rapid-Test ein „hochpräziser Antigen-Test“ sein, der bereits nach 15 Minuten ein Ergebnis liefern soll. Die Handhabung sei „einfach“, für ein Testergebnis „ein Nasenabstrich in nur 2,5 Zentimeter“ nötig.

Medien: Onlineshop von Lidl kurzzeitig zusammengebrochen

Der Discounter Lidl hat am Sonnabend mit dem Verkauf von Corona-Schnelltests für den privaten Verbrauch begonnen – zunächst über seinen Onlineshop. Wie das Unternehmen in Neckarsulm mitteilte, sind die Tests über lidl.de seit Sonnabend „versandkostenfrei für 21,99 Euro pro 5er-Packung für den privaten Gebrauch“ erhältlich. „In Kürze“ würden Corona-Schnelltests zudem in allen Lidl-Filialen verkauft. Allerdings ist der Onlineshop von Lidl stark frequentiert. Mehrere Medien berichten, dass die Homepage des Discounters kurzzeitig zusammengebrochen sei.

Das Bundesgesundheitsministerium hatte vor vier Wochen die Medizinprodukte-Abgabeverordnung geändert. Damit dürfen Selbsttests seit dem 2. Februar 2021 auch in Drogerien, im Einzelhandel oder beim Discounter verkauft werden.