Reiste zurück in die USA: Albas Aufbauspieler Peyton Siva Foto: Andreas Gora/dpa

Der Werbung von Tennis-Profi Andrea Petkovic hätte es nicht unbedingt bedurft. Die Idee an sich ist auch so knorke. Aber Alba Berlin wird sich dennoch darüber freuen, dass die 32 Jahre alte Darmstädterin bei Twitter vom heimischen Sofa und ganz ungeschminkt auf die tägliche Sportstunde für Kinder von Berlins Korbjägern aufmerksam macht.  "Ich finde das eine Superidee. Guckt euch das einfach mal an", meinte Petkovic. Ein Videoprogramm auf Albas Youtube-Kanal zum Mitmachen für all die, die zuhause mit ihren Kids rumhocken und denen derzeit die Decke auf den Kopf fällt.

"Die Kitas und Grundschulen sind aufgrund der Coronakrise zu, Vereinstraining gibt es zur Zeit auch nicht. Wir bringen ab sofort mit "ALBAs täglicher Sportstunde" Bewegung, Fitness und Wissenswertes für alle Kinder und Jugendlichen – zum Ansehen und Mitmachen in euren eigenen vier Wänden. Am Mittwoch hat das neue Format mit der ersten Sendung für Kinder im Grundschulalter Premiere gefeiert. Heute folgte in der insgesamt zweiten Sendung das erste Angebot für Kitakinder und am Montag um 11 Uhr gibt es dann die erste Folge für Oberschüler. Ab kommenden Dienstag senden wir täglich", teilte Alba auf seiner Homepage mit.

Zudem zeigt der achtfache Deutsche Meister ein Herz für seine ausländischen Angestellten. Alba hat seinen ausländischen Profis freigestellt, während der Coronavirus-Krise in ihre Heimat zu reisen. „Danke Alba, dass ihr mir und meiner Familie in dieser Zeit erlaubt, zurückzukehren“, twitterte der us-amerikanische Aufbauspieler Peyton Siva aus den Vereinigten Staaten. „Ich realisiere wie wichtig es ist, dass man sich nicht nur physisch, sondern auch MENTAL wohl fühlt. Ich kann es nicht erwarten, dass es aufhört und dass ich zur Arbeit zurückkehre.“ Auch der isländische Profi Martin Hermannsson reiste vorerst in sein Heimatland.

Giffey sieht Loyalität zum Klub gestärkt

Für diese Maßnahme erntet Alba großes Lob auch aus eigenen Reihen. Der deutsche Nationalspieler Niels Giffey begrüßte den Schritt seines Clubs. „Das stärkt auch die Loyalität gegenüber dem Verein“, sagte Alabs Kapitän. Über eine Fortsetzung der Saison - oder es überhaupt dazu kommt -  mag Giffey momentan nicht nachdenken. „Im Augenblick gibt es wichtigere Dinge. Es macht auch keinen Sinn darüber zu philosophieren, wir wissen alle nicht, wie es weitergeht“, meinte der gebürtige Berliner. „Die Ungewissheit ist eigentlich das Schwierigste momentan.“ Die Basketball-Bundesliga der Männer hatte ihren Spielbetrieb wegen der Coronavirus-Pandemie vor gut einer Woche bis auf Weiteres ausgesetzt.

Wie es für sie weitergeht nach der Corona-Krise hat hingegen Alba-Channel-Fan Pektovic für  sich entschieden.„2020 sollte ja ein Ausklingjahr werden, das fällt eher aus“, sagte sie im Gespräch mit der „Süddeutschen Zeitung“.  „Ich hänge noch ein Jahr dran. Ich möchte die Turniere abreisen und mich richtig verabschieden.“  Wegen ihrer Operation am linken Knie hatte die ehemalige Top-Ten-Spielerin den Saisonauftakt verpasst und auch bei den Australian Open in Melbourne gefehlt.  Da kann sie Albas tägliche Turnstunde ja gleich mit in ihr ganz persönliches Rehaprogramm mit einbauen.