Projektleiter Albrecht Broemme ist für den Aufbau der Impfzentren verantwortlich. Foto: dpa

Albrecht Broemme (67) schreitet zur Tat. Der Aufbau der sechs Corona-Impfzentren in der Hauptstadt hat begonnen, für deren Einrichtung der frühere Berliner Feuerwehrchef verantwortlich ist.

Noch am Montag ging es in der Veranstaltungshalle Arena in Treptow los, danach folgt die Messehalle 11 in Charlottenburg. Viel Zeit bleibt Broemme nicht. Alle Zentren sollen bereits am 15. Dezember fertig sein.

So könnte noch in diesem Jahr mit den Impfungen begonnen werden - vorausgesetzt, der Impfstoff ist bis dahin genehmigt und in Berlin. Doch die schwerste Aufgabe für Broemme ist es, rechtzeitig das benötigte Fachpersonal zu bekommen. Mindestens 1.200 Ärzte, Schwestern und Helfer werden gebraucht. „Es ist geplant, dass täglich um die 200 Menschen in jedem der sechs Zentren im Einsatz sind“, sagt Broemme dem KURIER.

Die Suche nach dem Fachpersonals laufe auf Hochtouren und sei keine einfache Sache. Denn angesichts der angespannten Corona-Lage in Berlin könne man keine Ärzte oder Pflegekräfte aus den Kliniken abziehen, so Broemme.

Laut Senatsgesundheitsverwaltung benötige man aber für die Impfzentren etwa 90 Ärzte. Diese werden nun dringend von der Kassenärztliche Vereinigung Berlin (KV) gesucht, die für die Rekrutierung und für die Einteilung der Mediziner in den Impfzentren verantwortlich ist.

Idealerweise sollten die Ärzte aus den Berliner Praxen kommen, einen halben Tag für das Impfzentrum tätig sein. Ihr Einsatz wird voraussichtlich mit 120 Euro pro Stunde vergütet, teilt die KV Berlin im Internet mit.

In der Arena Berlin wird mit dem Umbau zum Impfzentrum begonnen. Foto: Gerd Engelsmann

Da nicht nur Ärzte den Impfstoff verabreichen dürfen, wird auch medizinisches Personal gesucht, das eine Impfbefähigung besitzt. Dieses könnten auch aus den Mitgliedern der Hilfsorganisationen Arbeiter-Samariter-Bund, Johanniter-Unfall-Hilfe, Malteser Hilfswerk sowie der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft gewonnen werden, die unter Federführung des Deutschen Roten Kreuzes die Berliner Impfzentren betreiben werden.

„Bis zu 400 Berliner haben schon ihre Mitarbeit angeboten“, sagt Broemme. „Darunter waren viele Ärzte. Nicht nur aktuell praktizierende, auch ehemalige haben sich gemeldet. Die Hilfsbereitschaft der Berliner in Notlagen war schon immer sehr groß.“

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Gesucht wird auch nicht-medizinisches Personal. Diese Frauen und Männer sollen die zu Impfenden in den Zentren betreuen, beispielsweise mit ihnen Fragebögen ausfüllen.

Denkbar wäre der Einsatz von Berlinern, die etwa in der Veranstaltung- oder Tourismusbranche tätig sind und wegen der Corona-Maßnahmen derzeit nicht arbeiten können. „Es werden viele helfende Hände benötigt“, sagt Broemme. „Derzeit laufen gerade mit Easyjet und Lufthansa Gespräche, um Stewardessen für den Einsatz in den Impfzentren zu gewinnen.“

Die Helfer sollen, je nach Qualifikation, auf Mindestlohn-Basis oder anhand von Tarifverträgen für ihren Einsatz vergütet werden. Broemme ist gerade dabei, Anlaufstellen für Bewerber einzurichten. Eine wird beim Deutschen Roten Kreuz in Berlin sein, eine weitere soll es beim Senat geben.

In der ersten Phase sollen  über 400.000 Berliner geimpft werden. Sie erhalten per Post eine Einladung für ihr jeweiliges Impfzentrum. Foto: dpa

Die Senatsgesundheitsverwaltung geht davon aus, dass sich in der ersten Phase etwa 400.000 Berliner freiwillig gegen Corona impfen lassen könnten. Nach jetzigem Kenntnisstand müsste dies zweimal im Abstand von drei Wochen erfolgen.

Zu den Berlinern der ersten Impfstufe sollen Senioren und Menschen mit Vorerkrankungen gehören. „Sie alle erhalten per Post eine Einladung für ihr jeweiliges Impfzentrum“, sagt Broemme. „Das passiert nach dem gleichen Prinzip wie etwa die Wahlbenachrichtigungsscheine versendet werden.“

In der ersten Stufe sollen auch Mitarbeiter in Kliniken und Pflegeheimen, Beschäftigte der Gesundheitsämter, Polizisten und Feuerwehrleute die Impfung bekommen. Sie werden von ihren Arbeitgebern über den Termin benachrichtigt.

Zu Impfzentren werden neben der Arena und der Messehalle 11 auch der einstige Terminal C des Flughafens Tegel, das Erika-Heß-Eisstadion in Wedding, ein Hangar auf dem ehemaligen Flughafen Tempelhof und das Velodrom in Prenzlauer Berg. Die Zentren sollen laut der Kassenärztlichen Vereinigung täglich von 9 bis 19 Uhr geöffnet sein. Dazu kommen 29 mobile Impfteams, die vor allem in Senioren- und Pflegeheimen unterwegs sein werden.