Montag, 21. November 2011
Rot-schwarzer Koalitionsvertrag unter Dach und Fach

Proteste halten SPD & CDU nicht auf

Von R. Gorny

Demo vor Beginn des SPD-Parteitags

Geballter Protest: Vor dem SPD-Parteitag demonstrierten Berliner gegen Fluglärm, Ausbau der A100 und S-Bahn-Zerschlagung.

Foto: dpa
Berlin –  

Grünes Licht für die rot-schwarze Ehe. SPD und CDU stimmten am Abend für den in der Vorwoche ausgehandelten Koalitionsvertrag.

Protest vor dem Tagungsort der SPD im Leonardo Royal Hotel in Friedrichshain. Berliner demonstrierten gegen Fluglärm, den A-100-Ausbau und die geplante Ausschreibung der Ringbahn. Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) befürchtet dadurch eine Zerschlagung der S-Bahn. Jobs könnten am Ende auf der Strecke bleiben.

Koalitionsvereinbarungen zwischen SPD und CDU

SPD und CDU in Berlin einigten sich auf eine ganze Reihe gemeinsamer Vorhaben für die nächsten fünf Jahre:

Die SPD-Basis nahm die Kritik auf. Gerlinde Schermer aus Friedrichshain-Kreuzberg: Diese versteckte Privatisierung ist ein Skandal.“ Juso-Landeschef Christian Berg: „Da ist noch einiges zu richten.“

Der Regierende Klaus Wowereit verteidigte in seiner Rede die Absage an ein rot-grünes Bündnis nach den Sondierungs- und Koalitionsverhandlungen mit der Ökopartei: „Wir konnten unsere Glaubwürdigkeit nicht an der Garderobe abgeben.“ Der mittlerweile geschasste Grünen-Fraktionschef Volker Ratzmann habe sogar die Gebührenfreiheit bei den Kitas infrage gestellt. Zu den jetzigen Machtkämpfen bei den Grünen sagte Wowereit: „Es ist ein Desaster, was da abgelaufen ist.“

Großes Senatoren-Kegeln: Wer raus ist, wer aufgestellt wird

Bildergalerie ( 13 Bilder )
Mehr dazu

Die Entscheidung für eine Koalition mit der CDU sei daher richtig gewesen. Der Regierende versprach, jetzt werde um mehr Arbeitsplätze und gegen steigende Mieten gekämpft. In den nächsten fünf Jahren gehe es nicht zuletzt auch um bessere Bildungschancen für Kinder und Jugendliche.

Die Berliner CDU votierte im Konrad-Adenauer-Haus sogar einstimmig für Rot-Schwarz. Landeschef Frank Henkel lobte die mit den Sozialdemokraten geschlossene Vereinbarung als „eine Liebeserklärung an unsere Stadt. Ein großer Erfolg sei die Abschaffung des Straßenausbaubeitragsgesetzes.

Auch interessant
Anzeige
Weitere Meldungen aus dem Bereich Wahl 2011
Bei den Grünen gescheitert: Heidi Kosche (62).
Grünen-Chaos

Die Ökos sind sich auch weiterhin nicht grün. Heidi Kosche ist bei der Wahl zur Grünen-Fraktionschefin durchgefallen. Die zum linken Flügel gehörende Abgeordnete erhielt am Dienstag 12 Ja- und 16 Nein-Stimmen.  Mehr...

Freundliches Abschiedsgeschenk von den Linken für Klaus Wowereit.
Scheiden tut weh

Der rot-rote Senat ist Geschichte. Zum Abschied gab’s am Dienstag für den Regierenden Klaus Wowereit (SPD) von den Linken eine Schwarzwälder-Kirsch-Torte, verziert mit roten Rosen und dem Schriftzug: „Viel Glück mit den Neuen.“ Gemeint ist die CDU.   Mehr...

Die Grünen wählen

Für die Nachfolge des zurückgetretenen Volker Ratzmann kandidiert Heidi Kosche, die dem linken Flügel zugerechnet wird.  Mehr...

Anzeige
KURIER auf Facebook
Anzeige
Anzeige
Sonderveröffentlichungen & Beilagen
Berlinale 2012

Die schräge Kolumne von Kabarettist Chin Meyer - jeden Mittwoch und Sonnabend im KURIER.

Top Stories
Google Anzeigen
Blaulichtkurier
Handyreporter
Neueste Bildergalerien
Berliner Kurier