Thomas-Dehler-Haus. In der FDP-Zentrale gibt’s Freibier und Brezeln. Die bleiben den Liberalen aber im Halse stecken, als um 18 Uhr die 2-Prozent-Meldung über die Bildschirme läuft. Doch plötzlich brandet Jubel auf.
Die Satire-Partei „Die Partei“ von Martin Sonneborn („heute show“) hatte mit gut 35 Leuten die Wahlparty unterwandert, machte ein Spektakel, als hätte die FDP gewonnen. Sonneborn zum KURIER: „Wir sind hier, um junge, gut aussehende FDP-Mitglieder für unser Exit-Programm zum Parteiaustritt zu werben.“ Die Liberalen wurden von der Guerilla-Aktion völlig überrascht.
„Wir haben gut zusammengearbeitet, es geht jetzt leider nicht mehr.“
Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) über die bisherige rot-rote Koalition
„Es gibt die meisten Schnittmengen zur Partei der Grünen, nicht zur CDU. (...) Wichtig ist, dass die Grünen sich bekennen zu einer Stadtpolitik, die auf Entwicklung setzt und nicht auf Stillstand.“
Wowereit über mögliche Koalitionen
„Es muss nicht nur Rot-Grün heißen, es muss auch grüne Politik drin sein.“
Grünen-Spitzenkandidatin Renate Künast über eine mögliche rot-grüne Koalition in Berlin
„Wir haben uns durch unsere Arbeit Respekt zurück erkämpft.“
Der Berliner CDU-Spitzenkandidat Frank Henkel
„Wir haben auf der Straße erlebt, dass der Markenkern der FDP beschädigt ist.“
FDP-Spitzenkandidat Christoph Meyer
„Wir werden uns eine Phase der Nachdenklichkeit verordnen, um zu überlegen, wie wir die FDP insgesamt wieder attraktiver machen für die Menschen, die eigentlich unsere Werte teilen.“
FDP-Generalsekretär Christian Lindner
„Wir werden nicht alle Wahlziele jetzt mit einem Knopfdruck erledigen können. (...) Wir gehen jetzt in die Arbeit rein. Wir werden von uns hören lassen."
Spitzenkandidat der Piratenpartei, Andreas Baum
„Wir kommen wieder.“
Linke-Spitzenkandidat Harald Wolf
„Wir sind auch gut als Oppositionspartei.“
Der Vorsitzende der Linke-Bundestagsfraktion, Gregor Gysi
„Die Menschen wollen nicht, dass Mauerbau-Verharmloser, Kommunismus-Nostalgiker und Diktatoren-Freunde Regierungsverantwortung übernehmen. Die SPD muss rot-roten Bündnissen endlich eine klare Absage erteilen.“
CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe zum Ergebnis der Linkspartei bei der Abgeordnetenhauswahl in Berlin
„Das ist auch Ermunterung für den Kurs der Bundes-CDU und von Angela Merkel.“
Der Parlamentarische Geschäftsführer der Unionsfraktion im Bundestag, Peter Altmaier (CDU)
„Ich hoffe, dass die FDP die richtige Lehre daraus zieht. Anti-Europa-Populismus hat Gott sei Dank in Deutschland keine Mehrheit. Das ist eine gute Nachricht für unser Land.“
Grünen-Chef Cem Özdemir zum Absturz der FDP
„Es gibt junge Leute, die sich einbringen wollen, dafür aber keine Möglichkeit bei den etablierten Parteien finden.“
Brandenburgs Ministerpräsidenten Matthias Platzeck (SPD) zum Wahlerfolg der Piratenpartei
„Wir haben in zehn Jahren gelernt zu regieren, aber wir haben in zehn Jahren nicht verlernt zu opponieren.“
„Ich habe auch einen Anzug zu Hause, aber den trage ich, bei so einer Wahl oder im Parlament glaube ich nicht.“
„Es gibt die meisten Schnittmengen zur Partei der Grünen, nicht zur CDU. Wichtig ist, dass die Grünen sich bekennen zu einer Stadtpolitik, die auf Entwicklung setzt und nicht auf Stillstand.“
„Heute ist ein erfolgreicher Tag für die CDU. Ein Erfolg, den wir uns hart erarbeitet haben. Wer mit uns für stabile, verlässliche Mehrheiten sorgen will, mit dem werden wir gerne sprechen“
„Mehrheit ist Mehrheit. jetzt geht es darum, SPD-Positionen umzusetzen, besonders, was die A 100 und die Entwicklung der Wirtschaft angeht.“
„Es ist noch zu früh zu sagen, was eine solide und eine nicht solide Mehrheit ist, Aber wir haben gezeigt, dass wir auch mit knappen Mehrheiten regieren können.“
"Der Erfolg der Piratenpartei zeigt, dass man im digitalen Zeitalter keine analoge Politik mehr machen kann.“
„Eine bittere Niederlage, auch für mich persönlich.“
„Ich freue mich, dass Rot-Rot abgewählt ist. Bei den grünen kann man nicht von einer Niederlage sprechen, sie haben den deutlichsten Gewinn.“
28,3 % (2006: 30,8 %)
48 Sitze (2006: 53)
23,4 % (2006: 21,3 %)
39 Sitze (2006: 37)
17,6 % (2006: 13,1 %)
30 Sitze (2006: 23)
11,7 % (2006: 13,4 %)
20 Sitze (2006: 23)
8,9 %
15 Sitze
1,8 % (2006: 7,6 %)
Erst als Sonneborn die Bühne betritt und sich vor dem FDP-Logo feiern lässt, schreitet der Sicherheitsdienst ein, geleitete ihn hinaus. Dafür musste Partei- und Fraktionschef Christoph Meyer den FDP-Anhängern erklären, warum ihre Partei nur noch unter „Sonstige“ läuft. Das fiel schwer – vor allem, weil sein Fraktionsvize Sebastian Czaja schon seinen Rücktritt gefordert hatte.

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