Sonntag, 20. November 2011
Klaus Wowereit

Warum er bei den Grünen rot sah


Großes Senatoren-Kegeln: Wer raus ist, wer aufgestellt wird

Berlin –  

Montag soll die SPD-Basis die rot-schwarze Koalition absegnen, zeitgleich rechnet Klaus Wowereit (58) mit den Berliner Grünen und Kandidatin Renate Künast (55) ab.

Wowi über seine Ex-Rivalin im „Spiegel“: „Renate Künast hatte einen Generalangriff auf mich und meine Partei gestartet und unsere Führungsrolle in Frage gestellt.“ Das nimmt der Regierende ihr offenbar übel: „Wir kennen uns seit 35 Jahren und hatten eigentlich immer ein gutes Verhältnis. Sie hat das im Wahlkampf ohne Not, wie ich finde, in Frage gestellt.“

Koalitionsvereinbarungen zwischen SPD und CDU

SPD und CDU in Berlin einigten sich auf eine ganze Reihe gemeinsamer Vorhaben für die nächsten fünf Jahre:

Berlins Regierender Klaus Wowereit nimmt die Grünen ins Gebet.
Berlins Regierender Klaus Wowereit nimmt die Grünen ins Gebet.
Foto: dpa

„Berauscht“ seien die Grünen „von einem temporärem Hype“ infolge von Stuttgart 21 und Fukushima gewesen: „Das hat sie wohl überfordert.“ In den Sondierungsgesprächen hätten sie sich „völlig verbohrt gezeigt“, insbesondere beim Thema A 100.

Wowi: „Es ist sicher ehrenhaft, wenn die Grünen ihre Glaubwürdigkeit mit einem Stück Autobahn verbinden. Wie ein kleinerer Partner allerdings auf die Idee kommt, dass meine eigene Glaubwürdigkeit, die auch mit diesem Vorhaben verbunden ist, weniger wert ist – das verstehe ich nicht.“ Die Basis für 5 Jahre Zusammenarbeit sei „erkennbar nicht da“ gewesen: „Eine Koalition mit den Grünen wäre zum Abenteuer geworden, das nicht beherrschbar gewesen wäre.“

Im Nachhinein habe sich das auf „brutalstmögliche Weise“ gezeigt. Die Grünen-Fraktion im Abgeordnetenhaus mit linkem und Realo-Flügel „zerlegt sich doch gerade vor aller Augen“: „Da herrschen katastrophale Verhältnisse, im Grunde kämpfen in einer Fraktion zwei verfeindete Parteien gegeneinander.“

Dennoch sieht Wowereit nicht bei allen Grünen rot: „Im Bund setzen wir zusammen mit den Grünen auf die Absetzung der Merkel-Regierung. Die SPD hat kein Interesse einen potentiellen Bündnispartner zu verlieren.“ SCHA

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