Dienstag, 15. November 2011
Große Koalition

Hinter dieser Tür wurde die rot-schwarze Ehe besiegelt

Von R. Gorny

Im Louise-Schroeder-Saal fand die Schlussrunde von SPD und CDU statt.
Im Louise-Schroeder-Saal fand die Schlussrunde von SPD und CDU statt.
Foto: Gudath
Berlin –  

Rotes Rathaus, Louise-Schroeder-Saal, Raum 338. Hinter dieser Tür besiegelten SPD und CDU ind er Nacht die rot-schwarze Koalition für die kommenden fünf Jahre.

Nichts sollte nach draußen dringen. Wie italienische Fußballer errichteten beide Parteien ein Abwehr-Bollwerk. Niemand kam ab 15 Uhr mehr an Polizisten und Pförtner vorbei ins Rathaus. Einige Politiker drängten im Vorfeld sogar auf Abgabe aller Handys. Funksperre.

Koalitionsvereinbarungen zwischen SPD und CDU

SPD und CDU in Berlin einigten sich auf eine ganze Reihe gemeinsamer Vorhaben für die nächsten fünf Jahre:

Bei den Koalitionsverhandlungen von SPD und CDU herrschte eine sehr gute Atmosphäre.
Bei den Koalitionsverhandlungen von SPD und CDU herrschte eine sehr gute Atmosphäre.
Foto: dpa

Dabei waren die Vorzeichen auf eine Einigung sehr gut. In Fachgesprächen hatten SPD und CDU bereits einige Hürden für eine Koalition abgeräumt. In der kommenden Legislaturperiode werden auf Wunsch der CDU 250 weitere Polizisten eingestellt. Die SPD setzte sich mit ihrer Forderung durch, an Schulen kein Pflichtfach Religion einzuführen. Rot-Schwarz will auch die S-Bahn gemeinsam retten.

Gefeilscht wurde hingegen noch auf Drängen der SPD um die Einführung einer Bettensteuer und einen höheren Mindestlohn im Berliner Vergabegesetz für öffentliche Aufträge. Die CDU pochte bis zuletzt auf eine Abschaffung des Straßenausbau-Beitragsgesetzes. Auch die Namensschilder für Polizisten sollen verschwinden. Nicht zuletzt entzweit die Verbeamtung von Lehrern die künftigen Koalitionspartner. Die SPD hält dieses CDU-Vorhaben für nicht finanzierbar.

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Mitternacht gab es Sekt und ein Ständchen für CDU-Landeschef Frank Henkel, der am Mittwoch seinen 48. Geburtstag feiert: „Viel Glück und viel Segen auf all deinen Wegen!“ Die Verhandlungspartner stärkten sich mit einer Suppe. In der Pokerrunde ging es auch darum, welche Partei welches Ressort leiten wird. Schon vorher war durchgesickert: Justizsenatorin Gisela von der Aue (SPD) könnte ihr Amt an einen CDU-Nachfolger verlieren, CDU-Kulturexpertin Monika Grütters auch leer ausgehen.

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