Regierender Bürgermeister und Kultur: Klaus Wowereit (SPD)
Die neue rot-schwarze Koalition in Berlin wird eine City-Tax und einen Mindestlohn von 8,50 Euro für die Vergabe öffentlicher Aufträge einführen. Darauf einigten sich SPD und CDU in der Nacht zum Mittwoch in mehr als zehnstündigen Verhandlungen. Außerdem übernehmen beide Parteien je vier Ressorts.
Das gaben der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) und der CDU-Partei- und Fraktionschef Frank Henkel am Mittwoch bekannt. Berlin-Touristen sollen ab Januar 2013 pro Übernachtung eine zusätzliche Steuer von fünf Prozent auf den Preis entrichten.
SPD und CDU in Berlin einigten sich auf eine ganze Reihe gemeinsamer Vorhaben für die nächsten fünf Jahre:
SENATSKANZLEI/KULTUR:
Berlin bekommt eine neue Landes- und Zentralbibliothek auf dem Tempelhofer Feld. Baubeginn noch vor 2016.
SENATSKANZLEI/KULTUR:
Der Bau einer Kunsthalle für zeitgenössische Kunst wird geprüft.
SENATSKANZLEI/KULTUR:
Wiederaufbau des Stadtschlosses als Humboldt-Forum. Beginn möglichst vor 2013.
FINANZEN:
Der Haushalt wird weiter saniert. Die Ausgaben dürfen bis 2015 nur um 0,3 Prozent pro Jahr steigen.
FINANZEN:
Von 2016 an sollen keine neuen Schulden aufgenommen werden.
FINANZEN:
Die Grunderwerbssteuer wird von 4,5 auf 5,0 Prozent erhöht.
FINANZEN:
Bis 2016 werden 11.000 Mitarbeiter im öffentlichen Dienst eingestellt.
FINANZEN:
Das Einkommen der 70.000 Beamten steigt bis 2013 um vier Prozent.
FINANZEN:
Eine Touristen-Steuer wird eingeführt, wenn Gerichte es zulassen.
INNERES:
Statt 200 werden auf Wunsch der CDU 250 Polizisten neu eingestellt.
INNERES:
Die Namens- oder Nummernschilder für Polizisten bleiben.
INNERES:
Videoaufzeichnungen auf U-Bahnhöfen werden 48 statt 24 Stunden gespeichert.
STADTENTWICKLUNG/WOHNEN/VERKEHR/UMWELT:
Bis 2016 sollen 30.000 neue Wohnungen gebaut werden.
STADTENTWICKLUNG/WOHNEN/VERKEHR/UMWELT:
2020 wird eine Internationale Bauausstellung zu den Themen „Wissen, Wirtschaft, Wohnen“ organisiert.
STADTENTWICKLUNG/WOHNEN/VERKEHR/UMWELT:
Die Zukunft der S-Bahn ist weiter offen. Sie soll aber nicht ein kommunales Unternehmen unter Regie der BVG werden.
STADTENTWICKLUNG/WOHNEN/VERKEHR/UMWELT:
Bau von neuen U-, S- und Straßenbahnlinien.
STADTENTWICKLUNG/WOHNEN/VERKEHR/UMWELT:
Weiterbau der Stadtautobahn A100 von Neukölln nach Treptow.
STADTENTWICKLUNG/WOHNEN/VERKEHR/UMWELT:
Das umstrittene Straßenausbaubeitragsgesetz wird abgeschafft.
STADTENTWICKLUNG/WOHNEN/VERKEHR/UMWELT:
SPD und CDU verzichten auf ein Klimaschutzgesetz.
STADTENTWICKLUNG/WOHNEN/VERKEHR/UMWELT:
Die Umweltzone für Autos bleibt erhalten.
WIRTSCHAFT:
Industrielle Arbeitsplätze in den Bereichen Optik, Gesundheit, Energietechnik, Verkehr und Kreativwirtschaft sollen entstehen.
WIRTSCHAFT:
Das Spreeufer in Friedrichshain (Mediaspree) wird bebaut.
WIRTSCHAFT:
Auf dem Mitte 2012 geschlossenen Flughafen Tegel soll ein Forschungs- und Industriepark entstehen.
BILDUNG/JUGEND/WISSENSCHAFT:
Neue Lehrer werden weiterhin nicht verbeamtet.
BILDUNG/JUGEND/WISSENSCHAFT:
Die integrierten Sekundarschulen als einzige Oberschulen neben den Gymnasien bleiben erhalten.
BILDUNG/JUGEND/WISSENSCHAFT:
Der Religionsunterricht bleibt freiwillig.
BILDUNG/JUGEND/WISSENSCHAFT:
Die Gemeinschaftsschule mit gemeinsamem Lernen bis zur 10. Klasse wird als Pilotprojekt fortgesetzt.
BILDUNG/JUGEND/WISSENSCHAFT:
Das Losverfahren für begehrte Oberschulen bleibt.
BILDUNG/JUGEND/WISSENSCHAFT:
Das jahrgangsübergreifende Lernen in der 1. und 2. Klasse wird auf Freiwilligkeit an den Schulen umgestellt.
BILDUNG/JUGEND/WISSENSCHAFT:
Mit „finanzieller Unterstützung“ des Bundes wird ein Pilotprojekt zur Zusammenarbeit der Universitätsklinik Charité mit dem zu 90 Prozent vom Bund finanzierten Max-Delbrück-Centrum gestartet.
BILDUNG/JUGEND/WISSENSCHAFT:
Es gibt weiterhin keine Studiengebühren.
BILDUNG/JUGEND/WISSENSCHAFT:
Die Einstein-Stiftung zur langfristigen finanziellen Absicherung der Spitzenforschung in Berlin bleibt trotz Zweifeln der CDU bestehen.
BILDUNG/JUGEND/WISSENSCHAFT:
Die Kita-Plätze sollen bedarfsgerecht ausgebaut werden.
BILDUNG/JUGEND/WISSENSCHAFT:
Die Hortbetreuungslücke für die Fünft- und Sechstklässler wird geschlossen.
JUSTIZ/VERBRAUCHERSCHUTZ:
Schwerpunkte auf Bekämpfung der Jugend-, Internet- und Wirtschaftskriminalität.
JUSTIZ/VERBRAUCHERSCHUTZ:
Im Jugendstrafrecht beschleunigte Verfahren nach Neuköllner Modell.
JUSTIZ/VERBRAUCHERSCHUTZ:
Die Kontrolle der Hygiene in Restaurants soll verbessert werden.
ARBEIT/INTEGRATION/FRAUEN:
Der Mindestlohn bei öffentlichen Aufträgen wird von 7,50 auf 8,50 Euro erhöht.
ARBEIT/INTEGRATION/FRAUEN:
Der öffentliche Beschäftigungssektor (ÖBS) für Langzeitarbeitslose wird abgeschafft.
ARBEIT/INTEGRATION/FRAUEN:
Ein Lehrstuhl für Islamische Theologie wird eingerichtet.
GESUNDHEIT/SOZIALES:
SPD und CDU wollen ein generelles Alkoholverkaufsverbot an Jugendliche unter 18 Jahren prüfen.
GESUNDHEIT/SOZIALES:
Drogenkonsumräume bleiben bestehen. Berlin beteiligt sich an einem Modellversuch, Heroinabhängige mit künstlichem Heroin zu versorgen.
Weiterhin verzichtet das hoch verschuldete Land auf die Verbeamtung der Lehrer. In diesen Punkten setzte sich die SPD durch.
Auf Wunsch der CDU wird dagegen das erst 2006 eingeführte Straßenausbaubeitragsgesetz wieder abgeschafft, nach dem sich Anrainer finanziell am Ausbau von Straßen beteiligen mussten. Auch bei den Namenschildern für Polizisten konnte die CDU ihre Vorstellungen teilweise umsetzen. In Berlin soll ein rotierendes Verfahren für die Nummern eingeführt werden, die Polizisten alternativ zum Namen tragen können.
„Die Koalitionsvereinbarung ist ein Signal für ein modernes Großstadtleben, das den Menschen hier deutliche Teilhabe, soziale Gerechtigkeit und Wohlstand ermöglicht“, sagte Wowereit zu dem rund 100-seitigen Koalitionsvertrag. „Wir wollen ein Berlin, das auf eigenen Füßen steht, mit einer starken Infrastruktur. Wir bekennen uns zur Vielfalt der Stadt, zur Metropole ebenso wie zu den Kiezen“, ergänzte CDU-Partei- und Fraktionschef Frank Henkel, der am Mittwoch seinen 48. Geburtstag feierte.
Die SPD führt erneut die Ressorts Finanzen und Stadtentwicklung/Wohnen/Verkehr ergänzt um die Umwelt. Ferner leitet sie weiterhin Bildung/Jugend/Wissenschaft ohne Forschung sowie Arbeit/Integration/Frauen. Wowereit wird zudem weiterhin die Kultur mitverantworten.
Die CDU wird die Ressorts Innen/Sport, Wirtschafts/Technologie/Forschung, Gesundheit/Soziales und Justiz/Verbraucherschutz übernehmen.

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