Sportmix
Berichte und Interviews aus dem Sport

Samstag, 21. Juli 2012

Erfolg in der Heimat: Haas zieht erstmals ins Finale am Rothenbaum ein


Haas spielte vor heimischen Publikum groß auf.
Haas spielte vor heimischen Publikum groß auf.
Foto: dpa
Hamburg –  

Tommy Haas kämpfte, rannte, biss und wühlte: Der 34 Jahre alte Tennis-Routinier darf nach einer erneuten Galavorstellung weiter vom ersten Turniersieg in seiner Heimatstadt Hamburg träumen.

Nachdem er dem elf Jahre jüngeren Marin Cilic im Halbfinale die Grenzen aufgezeigt hatte, konnte er nach teils spektakulären 1:56 Stunden tatsächlich wieder seine Siegerfaust in den Himmel über dem Hamburger Rothenbaum recken und seine erste Finalteilnahme in der Hansestadt feiern.

Nach seinem 7:6 (9:7), 6:0-Triumph strebt der Publikumsliebling im zehnten Anlauf den ganz großen Coup an. Im Finale am Sonntag (14.00 Uhr/Sport1) bekommt es Haas, der ganz in der Nähe des Centre Courts aufwuchs, mit dem an Nummer drei gesetzten Argentinier Juan Monaco zu tun, der überraschend den favorisierten Nicolas Almagro aus Spanien mit 3:6, 6:3, 6:4 besiegte.

Im Falle eines weiteren Sieges würde Haas in die Fußstapfen des heutigen Turnierdirektors Michael Stich treten, der 1993 als bislang letzter deutscher Tennisprofi in Hamburg gewonnen hatte. „Das ist das ganz große Ziel“, sagte Haas unter dem Jubel der rund 7000 Zuschauer.

Haas, der nach zahlreichen Verletzungen zuletzt das Rasenturnier in Halle gewonnen hatte und sich wieder auf Weltranglistenplatz 49 verbessert hat, biss sich nach zerfahrenem Beginn in die Partie und ließ keine Zweifel offen, dass er in Hamburg seinen 14. ATP-Titel anstrebt.

Gegen den an Nummer vier gesetzten Cilic brillierte der Wahl-Amerikaner mit absolutem Willen sowie aggressivem und variablem Grundlinientennis. Dabei ließ er sich auch von einer Wunde an seiner rechten Schlaghand nicht aufhalten und riss die Zuschauer spätestens am Ende des hart umkämpften ersten Durchgangs von den Rängen, als er im Tiebreak erst vier Stazbälle von Cilic abwehrte, um dann seinen ersten eigenen eiskalt zu verwandeln.

„Ich habe hier als Kind die Stars spielen sehen“, sagte Haas, „und jetzt die Möglichkeit zu bekommen, das Turnier vielleicht zu gewinnen, ist einer der schönsten Momente in meiner Karriere.“

Mit dem Gewinn des ersten Satzes hatte Haas die Gegenwehr des langen Kroaten gebrochen. Danach diktierte er den Rhythmus nach Belieben und konnte sich sogar noch erlauben, ein paar Zauberbälle für die Galerie einzustreuen, um seine Fans zu unterhalten. Im Spätherbst seiner Karriere wirkt Haas wie auf einer Mission. Er genießt es einfach Tennis zu spielen, wirft auf dem Platz all seine Emotionen in die Waagschale und will nun unbedingt in seinem „Wohnzimmer“ den Titel holen

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