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Nachschuss 2012 Bei mir gibt es Wein zum Schwein

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Ich liebe meine Familie, das Leben, den Sport und jedes Frühstück mit Datcheffe, dem größten aller Kämpfer! Mein Beruf ist ein Traum, serviert mir in jedem Jahr unvergleichliche, unbezahlbare Höhepunkte.

Aber 2012 habe ich mich über etwas ganz anderes gefreut, habe meinen speziellen Moment mit einem zauberhaften Fläschchen Raumland-Sekt zelebriert, Cuvée Marie-Louise. Ein Name stand auf dem hinteren Etikett. Vor langen Jahren hingeschrieben. Voller Vorfreude auf den Tag, an dem es dieses Betrüger-Schwein in aller Öffentlichkeit zerlegen würde.

Lance Armstrong meine ich, die radelnde Apotheke. Sinnbild für alles, was mir im Sport den Kotzreiz hochsteigen lässt. Jahrelanges Schummeln und Lügen. Eiskaltes Tricksen und Drohen und Abwimmeln. Widerlich.

Wein zum Schwein – bei mir hat das Tradition. Es begann 2002 mit einem grandiosen Rotwein-Schluck aus der Toskana, einem Ornellaia, als Skilanglauf-Superdoper Johan Mühlegg bei den Winterspielen in Salt Lake City entlarvt wurde.

Einen wunderbaren kalifornischen Beringer-Chardonnay gönnte ich mir 2007, nachdem Sprint-Hexe Marion Jones aufflog.

Hey, ihr Spritzensportler: Ich habe noch ein paar Fläschchen mit Namen auf dem hinteren Etikett auf Lager. 2013 kann kommen! Also feiere ich zum Jahreswechsel den ehrlichen Sport, alle sauberen Athleten und rufe den Betrügern zu: Die Schweine von heute sind die Schinken von morgen! Prost!