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Teamplayer Kraft: „Ich setze mich auf die Bank“

Herthafänger

Torwart Thomas Kraft (l.) ist wieder fit und nimmt auf der Bank Platz.

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imago/Metodi Popow

Berlin -

Der Konkurrenzkampf bei Hertha BSC ist seit dem Rückrundenstart gnadenlos. Änis Ben-Hatira tickte aus, schlug Mitchell Weiser und wurde abgeschoben. Thomas Kraft macht es ganz anders. Er will zurück ins Tor, doch da ist erstmal Rune Jarstein. Trotzdem bleibt Kraft cool und geduldig. Jetzt sagt er: „Kein Problem, ich setze mich Sonnabend gegen Dortmund auf die Bank.“

Er ist eigentlich Herthas Nummer 1, doch seine langwierige Schulterverletzung aus dem September setzte ihn außer Gefecht. Jetzt ist er endlich wieder fit, so wie er es angekündigt hat. „Ich habe keine Schmerzen mehr. Ich bin bereit, um in den Kader zu kommen.“ Das kündigte auch Trainer Pal Dardai an: „Thomas ist wieder so weit, dass er dabei ist. Aber Rune Jarstein bleibt im Tor. Da gibt es keinen Wechsel.“

Kraft stellt sich als wahrer Teamplayer heraus: „Ich setze mich auf die Bank. Ich fühle mich so, dass ich im Notfall für Rune einspringen kann.“

Dann erklärt er: „Ich habe meinen genauen Plan. Ich muss erstmal wieder zu absoluter Topform kommen. Dann greife ich an.“ Das heißt also: In den nächsten Wochen bekommt Jarstein mehr Druck. Kraft wird ihm im Nacken sitzen. Doch das geht zwischen den beiden auf sportlich-fairem Weg. Kraft: „Wir Torhüter haben ein kollegiales Verhältnis untereinander.“

Der ehrgeizige Kraft macht keinen Zoff. Er sieht genau, dass es nur um den Erfolg der Mannschaft geht. Auch Trainer Dardai betont immer wieder: „Ich habe zu Thomas ein sehr gutes Verhältnis. Er ist ein fairer Sportsmann.“

Die Einstellung, auch mal zurückzustecken, hat Kraft von seinem früheren Bayern-Kollegen, dem Torwart-Titan Oliver Kahn, gelernt. Der setzte sich nach neun Jahren im deutschen Tor bei der Heim-WM 2006 auch ohne zu Murren auf die Bank und gab Jens Lehmann während des Turniers noch Tipps. Wahre Größe ist, wenn man auch mal zurücksteckt – und nicht zuschlägt...



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