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Herthas Dauerläufer Per Skjelbred: Eine dicke Schelle für den HSV

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Per Skjelbred ist obenauf, absolute Stammkraft und nicht zu stoppen. Frankfurts Fabian staunt nicht schlecht.

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City-Press GbR

Eine Karriere als Fußballprofi geht nur selten geradlinig steil nach oben. Doch so eine Tal- und Bergfahrt hat die Bundesliga selten gesehen. Die Rede ist von Per Skjelbred. Beim kriselnden HSV war er vor zweieinhalb Jahren nicht mal mehr fünftes Rad am Wagen. Bei Hertha BSC ist der Norweger eine Spitzenkraft mit Startelf-Abo. In einem Team, das Richtung Europa stürmt. Schelle lacht vor dem Spiel am Sonntag in Hamburg die Vergangenheit einfach weg.

„Nein, nein, was soll ich dazu noch viel sagen? Ich denke nicht mehr an den HSV. Das ist für mich ein ganz normales Bundesliga-Spiel geworden. Wir müssen uns jetzt total darauf fokussieren, damit wir oben bleiben“, sagt Herthas Dauerkämpfer nur. Gutes Omen: Skjelbred gewann mit Hertha bisher immer gegen seinen Ex-Klub (drei Mal 3:0, einmal 1:0).

Schadenfreude kennt der Wikinger nicht, obwohl er in Hamburg nie Wertschätzung fand. Rückblick: Im September 2013 wechselte Skjelbred als Blitzleihspieler von der Elbe an die Spree. Er wurde unter Ex-Trainer Jos Luhukay sofort Stammspieler und überzeugte die komplette Spielzeit.

Im Sommer 2014 musste er zunächst zurück nach Hamburg, obwohl er gar nicht wollte. Der HSV nahm auch diese Chance nicht wahr und verscherbelte Schelle schließlich für die Mini-Ablöse von knapp 1,3 Millionen Euro an Hertha. Skjelbreds Marktwert hat sich seitdem in den vergangenen 19 Monaten verdreifacht.

Andere Klubs haben längst seine Qualitäten erkannt: laufstark, zweikampfstark, willensstark und dazu ein Teamplayer mit überragenden Führungsqualitäten. Jetzt will Manager Michael Preetz vorzeitig mit Skjelbred bis 2019 verlängern. „Natürlich ist das ein schönes Zeichen, dass man als wichtiger Spieler wahrgenommen wird“, freut sich der Norweger.

Trainer Pal Dardai hat längst die eigenen Tugenden, die er selbst als Spieler hatte, beim Skandinavier erkannt: „Per ist unheimlich wertvoll für die Mannschaft, weil er Teamgeist vorlebt – auf dem Platz und in der Kabine.“

Deswegen trug er auch zuletzt beim 2:0 gegen Frankfurt die Kapitänsbinde. „Das ist für mich wirklich etwas Besonderes, für Hertha als Kapitän aufzulaufen“, sagt Skjelbred stolz.

Aus dem Blitztransfer 2013 ist längst ein echter Herthaner geworden. Der HSV kann Sonntag sein größtes Missverständnis wieder begrüßen.  

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