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Hertha-Trainer verteidigt Ibisevic: „Ich habe keine Angst vor einer DFB-Strafe“

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Trainer Pal Dardai erklärt mit ernster Miene seine Sicht der Dinge.

Foto:

City-Press GbR

Berlin -

Kennen Sie das? Sie haben so lange eine Ungerechtigkeit beobachtet, bis es  unerträglich wird. Es folgt ein Vulkanausbruch.  Herthas Trainer Pal Dardai erlebte  das beim 1:1 gegen den VfL Wolfsburg. Es ging um Schiri Sascha Stegemann und um Stürmer Vedad Ibisevic.

Auch einen Tag danach kann sich Dardai noch nicht beruhigen. Es ging um Ibisevic’ Gelbe Karte in der 89. Minute. Der Bosnier hatte Wolfsburgs Arnold hart umgesenst. Für fast jeden Beobachter ging die Karte in Ordnung. Nicht aber für Dardai. Er schimpfte gegen den Schiri. Auch Wolfsburgs Trainer Dieter Hecking verstand es zunächst nicht und schrie Dardai an der Seitenlinie an: „Bist du bescheuert?“

Das Ganze hat eine Vorgeschichte. Ibisevic wird seit Jahren von den Referees wie ein Badboy behandelt. Das wissen  seine Gegenspieler.  Sie provozieren ihn, schubsen ihn, treten ihn. Nur ganz selten ertönt der Pfiff eines Schiedsrichters.

Dardai: „Ich muss Vedad schützen. Das ist einfach nur ungerecht. So kann es nicht sein. Er wird gefoult und nichts passiert. Er reißt sich zusammen. Wenn er etwas macht, ertönt sofort der Pfiff.  Irgendetwas stimmt da nicht bei der Einschätzung. Dagegen wehre  ich mich und werde laut.“

In der Pressekonferenz sagte er: „Sollen sie mich dafür doch hassen.“ Befürchtet Dardai jetzt wegen seiner lautstarken Schiri-Kritik eine Reaktion des DFB? Dardai: „Ich habe keine Angst vor einer Strafe. Ich sage nur meine Meinung.“ Die ist jetzt erst mal raus.

Dardai sagt sogar: „Okay, normalerweise kann man für Vedads Foul Gelb geben. Aber dann hätten vorher schon von Wolfsburg mehrere Spieler auch die Karte sehen müssen.“

Als der Ungar seinen Unmut über die Ungerechtigkeit nach dem Abpfiff Hecking erklärte, verstand der es sofort und beide gaben sich friedlich die Hand.