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Berliner-Kurier.de | Unions Parensen: Neuer Glanz auf alter Position
07. March 2016
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Unions Parensen: Neuer Glanz auf alter Position

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Michael Parensen glänzte als Abräumer vor der Abwehr gegen den FSV Frankfurt mit Top-Werten.

Foto:

imago/Matthias Koch

Berlin -

Fragt man Unions Dauerbrenner Michael Parensen danach, ob er eigentlich weiß, wie gut er am Wochenende war, ob er sich irgendwelche Statistiken angesehen hat, dann zuckt er mit den Achseln und schüttelt den Kopf: „Nein, wieso?“ Statistiken interessieren den 29-Jährigen nicht. Dabei lesen sie sich wirklich gut. Kein anderer war beim 4:0 gegen Frankfurt besser – bei gewonnenen Zweikämpfen, Ballbesitzphasen, angekommenen Pässen. Ist das kein Grund zur Freude?

„Doch, doch, natürlich nehme ich das Lob gerne an, aber ich reihe mich lieber in die Elf mit ein, anstatt im Vordergrund allein zu stehen“, sagt er bescheiden. Und das meint Micha ernst, lenkt sein Lob auf die Kollegen: „Wir haben als Team einfach unheimlich gut funktioniert. Man kann auf jeden Fall eine Menge anderer Spieler nennen, die ebenfalls ein hervorragendes Spiel gemacht haben.“

Nicht der einzige Grund, warum Parensen so eine gute Leistung zeigte. Vor allem, weil er neben seinen deutlich jüngeren Mitspielern und mit seinen sieben Dienstjahren für Union schon fast als alter Hase gelten kann.

Ach ja, das lästige Thema: sein Alter. Er scheint schon beinahe mit der Frage gerechnet zu haben. Parensen fängt an zu lachen und sagt ganz locker: „Vor allem, weil es schon das dritte Spiel in einer Woche war. Keine Ahnung, warum ich doch ganz gut war.“ Nach diesem kleinen Scherz macht er aber deutlich, dass seine 29 Lenze für ihn keine Rolle spielen. Sie sind kein Grund, weniger gut zu sein als andere.

Ganz im Gegenteil, seine Erfahrung hilft ihm dabei, sich nicht verrückt zu machen, wenn er mal nicht ganz so gut spielt oder nicht aufgestellt wird. „Ich halte mich so fit und bereite mich so vor, dass ich jederzeit einspringen und helfen kann, wenn ich gebraucht werde“, sagt er. Immer würde sich Micha in den Dienst der Mannschaft stellen, auch wenn das heißt, selbst zurückzustecken.

Im Spiel gegen den FSV Frankfurt wurde Parensen nach langer Zeit wieder als klassischer Sechser gebraucht. Als Abräumer vor der Abwehr. Eine Position, die ihm nicht fremd ist, die ihm liegt und Spaß macht. Und die er jetzt unter André Hofschneider als Cheftrainer endlich wieder spielen durfte. „Auch mit Sascha Lewandowski haben wir darüber gesprochen, dass ich diese Position spielen könnte, aber es kam nie dazu. Unter Hofi habe ich wieder die Chance und das ist schön.“

Niemals würde Parensen über Vergangenes meckern. Aber etwas vorsichtig gibt er zu, dass ein Trainerwechsel eben auch eine Chance bietet, sich neu zu beweisen. „Der Wechsel von Lewandowski zu Hofi kam natürlich unerwartet. Aber für einige hat er auch Vorteile.“ Hofschneider ist schon lange im Verein und kennt die Spieler wie kaum ein anderer. Er weiß um die persönlichen Qualitäten eines Jeden. Auch um die von Michael Parensen.

Ob Union wirklich weiß, was es an Parensen hat, wird sich am Saisonende zeigen. Sein Vertrag läuft aus. Ein erstes Mal zögert er an dieser Stelle. Natürlich macht er sich Gedanken, wie es weitergeht. „Ich beschäftige mich nicht rund um die Uhr damit. Aber ich weiß, dass heutzutage jeder alle Statistiken abrufen und auswerten kann. Und dass sich gute Spiele positiv auf Gespräche auswirken.“ Gespräche, die Parensen am liebsten mit Union führen will.