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Union: So viel Spaß macht Löwenjagd

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Bobby Wood fliegt jubelnd durchs Stadion. Mit seinem Tor zum 2:0 macht der Stürmer den Sack zu. 

Foto:

Hupe

Berlin -

Los, alle mal mitsingen: Oh, wie ist das schön, oh wie ist das schön. So was hat man lange nicht gesehen, so schön, so schön. Kleiner Scherz. Wurde gestern an der Alten Försterei nach dem 3:0 (1:0) gegen den TSV 1860 natürlich nicht angestimmt. Ist eher verpönt in Eisern Land. Aber hätte durchaus seine Berechtigung gehabt nach dem allerersten Heimsieg für den 1.FC Union gegen die Münchner Löwen in ihrer Vereinsgeschichte.

Und wo wir gerade so schön am Jubeln sind, soll hier ganz schnell eine Tatsache gewürdigt werden, die im folgenden fast untergegangen wäre. Der Fakt nämlich, dass Michael Parensen durch seine Einwechslung nun mit Unions Zweitligarekordspieler Torsten Mattuschka (161 Spiele) gleichgezogen hat.

Dass dies aber nicht das Thema des gestrigen Spiels war, lag neben einer im Kollektiv starken Vorstellung vor allem an zwei Akteuren der Eisernen. Zum einen an Jakob Busk, der ein glänzendes Heimdebüt hinlegte und mit Großtaten gegen Adlung (31.), Aycicek (42.) und Okotie (79,) die von Felix Kroos herausgeholte frühe Führung (6.) aufopferungsvoll verteidigte. Wovon der junge Däne übrigens nichts hören wollte. Mann des Spiels? Mit einem Knurren, dass jedem Löwen zur Ehre gereicht hätte, wehrte er ab. „Das war eine Teamleistung. Ich hab nur meinen Job gemacht.“

Der andere, der „nur“ seinen Job gemacht hatte (und ein bisschen mehr), spielte bis vor kurzem noch beim Gegner. Bobby Wood hatte sich die ganze Zeit aufgerieben. Seine grünbefleckte, ursprünglich mal weiße Hose zeugte von seinem Kampfeseifer und dürfte zum Schrecken des Zeugwartes werden. Zum Alptraum für die Ex-Kollegen wurde er aber endgültig in Minute 80, als er einen Traumpass von Michael Parensen in der eigenen Hälfte mitnahm, beim Laufduell mit Schindler diesem geschickt den Weg versperrte und eiskalt an Ortega vorbei die Kugel zum umjubelten 2:0 ins Netz drosch. Saisontreffer Nummer 9 für den US-Boy. Eine späte Genugtuung dafür, dass er am Löwen-Keeper in Unions bester Phase aus Nahdistanz gescheitert war (8.).

Ein Treffer, der kollektive Erleichterung in der mit 18 332 Besuchern nur leidlich gefüllte Alten Försterei auslöste. Jedem war klar, der Drops war gelutscht. So sehr gelutscht, dass Damir Kreilach mit einem feinen Hackentrick wenig später noch auf 3:0 (88.) erhöhen konnte. Oh, wie ist das schön, oh, wie ist das schön ...