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Berliner-Kurier.de | Union-Boss Zingler: Wir müssen offen sein für Neues
20. January 2016
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Union-Boss Zingler: Wir müssen offen sein für Neues

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Union-Boss Zingler will Offenheit für Neues.

Foto:

imago/Matthias Koch

Berlin -

Mitgliederversammlungen haben immer auch ein bisschen was von einer Rede zur Lage der Nation. Da war Unions große Geburtstagssause, die mit weit über 4.000 Besuchern im Velodrom über die Bühne ging, keine Ausnahme. Boss Dirk Zingler zog Bilanz für 14/15, präsentierte die Zahlen für 15/16 und forderte alle Mitglieder auf, sich mehr nach außen zu öffnen.

Ein Hauch von Willy Brandt wehte durch den Saal. Der hatte einst mit dem Slogan „Mehr Demokratie wagen“ die Republik nachhaltig geprägt. Bei Union heißt es jetzt „Mehr Öffnung wagen“.

Für den Erfolg braucht es Geld. In Liga zwei kann es für Union nur Jahr für Jahr darum gehen, ausgeglichene Haushalte aufzustellen. Sich öffnen, um zu wachsen. Zingler geht es dabei nicht um Investoren oder Beteiligungen. Sondern um die Menschen, die zu Union kommen. Man müsse auch denen die Chance geben, eisern zu werden, die nicht gefühlt seit der Vereinsgründung 1966 in Köpenick zu Hause sind. „Wir müssen Mut haben. Wir sind mehr als nur ein Köpenicker Verein“, betonte Zingler die gesamtberliner Rolle der Rot-Weißen. „Man sagt uns ja gerne nach, wir seien wie eine Sekte“, meinte der 51-Jährige. In Zeiten der Not würden die Köpenicker immer den Schulterschluss suchen. Doch Union müsse wachsen. Aus sich heraus. Um auf Dauer zu den Top-20 in Deutschland zu gehören. Man könne nicht nur auf einen Glücksfall hoffen, wie es sportlich beispielsweise Sebastian Polter gewesen war.

Die nackten Zahlen sind schnell erklärt. Das Geschäftsjahr 14/15 brachte 40 000 Euro Gewinn (Umsatz 26,296 Mio.). Die Spielzeit 15/16 kalkuliert Union mit 26,321 Mio. Euro und einem Gewinn von 270 000 Euro. Und das trotz eines teuren Trainerwechsels! Der Etat für die Profis ist in etwa gleich: 11,583 Mio. (14/15) und jetzt 11,554. Damit soll das negative, mit Rangrücktritt versehene, Eigenkapital (Stichwort Kölmel-Darlehen) weiter reduziert werden. Bislang stehen da 4,49 Millionen Euro zu Buche, die aber erst 2025 fällig werden.