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05. February 2016
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Salzburg-Spiel: Polizei rudert zurück: Keine massiven Angriffe der Union-Fans

Polizisten

Zahlreiche Polizisten waren rings um das Spiel im Einsatz.

Foto:

imago/Matthias Koch

Berlin -

Spektakuläre Wende in der Bewertung der angeblichen Fan-Ausschreitungen vor dem Freundschaftsspiel des 1. FC Union gegen Austria Salzburg. In einer gemeinsamen Presseerklärung des Vereins und der Polizei rudern die Ordnungskräfte zurück, bestätigen mehr oder weniger die Version des Vereins und die Berichte im KURIER.

Der erste Satz der Presseerklärung lautet: „Wir bedauern, dass rund um das Spiel Fans und Einsatzkräfte verletzt wurden und erste Erkenntnisse in der Nachbetrachtung zu unterschiedlichen Meldungen führten.“

Fans

Fans auf dem Weg zum Stadion.

Foto:

imago/Matthias Koch

Was damit wirklich gemeint ist, versteckt sich viel weiter unten im Text: „Die Darstellung, dass 250 Anhänger des Heimvereins die Einsatzkräfte massiv angegriffen hätten, hat sich nicht bestätigt.“

Das hatte die Polizei nach den Vorfällen so dargestellt. Union konnte das aber durch Videoaufnahmen widerlegen und brachte die Ordnungshüter so in die Bredouille.

Ganz offensichtlich wussten die Polizisten nicht, dass Union- und Austria-Anhänger eng befreundet sind. Beleg: „Die Einsatzkräfte gingen nach den Erfahrungen der vergangenen Jahre zu diesem Zeitpunkt davon aus, dass die Anhänger der Heimmannschaft über den Eingang am Waldweg ins Stadion gelangen würden und wurden von dem Einbiegen des Fanbusses und der Personengruppe in die Einfahrt zum VIP-Parkplatz überrascht.“

Deshalb also wurde der Fanmarsch aus beiden Fanlagern beim Betreten des Stadiongeländes durch eine Polizeikette gestoppt. Dort kam es dann, so die gemeinsame Presseerklärung, „zu vereinzelten Straftaten und seitens der Polizeikräfte zum vereinzelten Einsatz von Reizstoff.“

Über das Wort vereinzelt kann man vor allem beim Reizgas trefflich streiten. Trotz des klaren Eingeständnisses der Polizei-Fehler liest sich die Presseerklärung so, als sei sie endlos hin-und hergeschickt und bis zur höchsten Diplomatiestufe bearbeitet worden.

Der KURIER meint: Eine klare Rehabilitierung der Union-Fanszene. Und Respekt der Polizei, die den Mut hat, auch Fehler offen darzulegen. A. Lorenz

 


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