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Nach der Pleite gegen Leipzig: Lewandowski wirft mit Wattebällchen

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Und da war es endgültig vorbei - Yussuf Poulsen erzielt das 3:0, Jakob Busk war machtlos. 

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dpa

Berlin -

Es gibt so Momente, da müsste sich jeder Spieler wegducken, wenn der Trainer zur Spieltags-Analyse anhebt. Kritik hört keiner gern. Auch dann nicht, wenn sie völlig berechtigt ist. So gesehen hätten Unions Profis allen Grund gehabt, sich ein Loch zu suchen und einzubuddeln nach dem noch schmeichelhaften 0:3 (0.2) in Leipzig. Doch was macht Sascha Lewandoski? Er haut nicht drauf. Er wirft mit Wattebällchen!

„Für uns war es ein bitterer Abend. Weil wir uns, Personalprobleme hin oder her, doch einiges vorgenommen hatten. Und davon wenig umgesetzt haben“, so der Coach. Und weiter: „Wir wollten hier wesentlich mehr Paroli bieten. Das war bitter. Aber wir müssen damit jetzt auch vernünftig umgehen.“ Mit anderen Worten: Er poltert nicht los.

Schließlich ärgern sich seine Kicker am meisten über die phasenweise an den Tag gelegte Hilflosigkeit. Noch einmal Lewandowski: „Ich will jetzt nicht zu kritisch mit den Jungs umgehen.“

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Nun ist Trainer Sascha Lewandowski auch als Psychologe gefragt.

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City-Press GbR

Nicht zu hoch loben, nicht zu tief runterziehen? So lobte Lewandowski die Truppe auch nicht über den grünen Klee, als sie Ende Dezember aus Düsseldorf mit einem flotten 3:0 nach Hause fuhr.

Doch der 44-Jährige macht das nicht aus Prinzip. Es ist kein bewusstes Stilmittel. Er ist eher der sorgfältige Spiel-Analytiker. Schwarz und Weiß alleine sind für ihn keine gültigen Kategorien. Er erkennt und sieht auch die Graustufen. Und ist dementsprechend erfrischend in seinen Beurteilungen.

Natürlich sind ihm die offensichtlichen Defizite nicht entgangen. Er benennt sie auch klar. Beispielsweise das Abwehrverhalten von Kenny Prince Redondo. „Er kam von Drittligaabsteiger Unterhaching. Das ist ein Perspektivspieler. Ein reiner Offensivspieler. Da ist es normal, dass man eher mal ein Stellungsfehler oder Abstimmungsprobleme mit der Dreierkette hat.“

Eher hätte sich Lewandowski von seinen gestandenen Kräften gewünscht, dass sie die Ärmel hochgekrempelt hätten. Auch das wird er ihnen sagen!



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