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Motto des Abends: Köhler, sonst nix!

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Benny Köhler ist zurück und nur noch glücklich: In der 77. Minute seine Einwechslung. 

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Berlin -

Köhler! Sonst nix! Nun gut, drei Treffer für den 1.FC Union, einer für die Gäste aus Braunschweig. Der fünfte Heimsieg in Folge und Rang sieben für mindestens eine Nacht. Doch das war alles nebensächlich. Die 19 026 Besucher wären auch bei einem Unentschieden nicht am Boden zerstört gewesen. Es zählte der Gänsehautmoment, als Benny Köhler nach 77 Minuten eingewechselt worden war und den 3:1 (0:0)-Sieg sicherstellen half.

Was für ein Abend. Das ohnehin nie stumme Stadion an der Alten Försterei wurde noch ein bisschen lauter, als Co-Trainer Sebastian Bönig Köhler von der Torauslinie zur Bank winkte. Die Köpenicker führten schon 2:1 durch Treffer von Bobby Wood (58,) und Damir Kreilach (69.). Selbst der unmittelbare Gegentreffer durch Philipp Tietz (62.) war einfach weggesteckt worden.

Und nun kam auch noch der eiserne Krebsbezwinger.

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Nach dem Abpfiff zeigt er sein breitestes Lächeln und wird von den Kollegen begeistert gefeiert.

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Aber nicht aus Großzügigkeit. Schon gar nicht als Geste. „Das waren rein sportliche Motive. Wir brauchten in dieser Phase einen erfahren Spieler, der auch mal Ruhe reinbringen kann, der auf den Ball tritt oder mal ein Foul zieht. Es mag für euch eine schöne Geschichte sein, ich habe das aus rein sportlichen Gründen so entscheiden“, verriet Unions amtierend Chefcoach André Hofschneider.

Benny Köhler dankte für seinen Einsatz mit vollem Einsatz. Jede Ballberührung wurde von einem donnernden olé von den Rängen begleitet. Und es half. Der Plan ging auf. Kreilach erzielte am Ende noch das 3:1 (84.). Köpenick einig Freudenland.

Lautstark wurde Benny nach dem Schlusspfiff gefeiert und von den Kollegen auf den Schultern getragen. „Ich bin zum Glück nicht runtergefallen und habe mich dabei noch verletzt“, grinste der 34-Jährige.

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Nach dem Tor zum 3-1 freuen sich die Spieler Benjamin Kessel (l), Benjamin Köhler (M), Torschütze Damir Kreilach (am Boden liegend), Dennis Daube (M, oben) und Sören Brandy. 

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dpa

Um dann ruhiger zu werden. Er hat schon einiges erlebt. Aber der Wahnsinn an der Alten Försterei kennt eben keine Wachstumsgrenzen. „Es war etwas anderes, mal wieder um einen Sieg zu zittern. Ich dachte, es würde diesmal bei meiner Einwechslung ein bisschen leiser werden. Aber die Fans haben wieder meinen Namen gerufen“, freute sich Köhler.

Wie geht es nun weiter? Köhler: „Ich möchte noch ein paar Minuten mehr spielen. Das Spiel war ja nach 90 Minuten schon zu Ende. Leider.“ Benny hätte noch für viel länger Lust gehabt ...