E_Paper_BK
BERLINER KURIER - Berlins ehrliche Boulevardzeitung im Netz
Berliner-Kurier.de | Krebskämpfer in der Startelf: Benny Köhler: Ein Tor zum Comeback
17. January 2016
http://www.berliner-kurier.de/23417224
©

Krebskämpfer in der Startelf: Benny Köhler: Ein Tor zum Comeback

benny

Ein Traum wurde wahr: Benny Köhler (r.) in einem Spiel wieder am Ball.

Foto:

Hupe

Oliva Nova -

Gänsehautmoment am Vorabend der Heimreise aus dem Union-Trainingslager in Spanien. Benny Köhlers Auswechslung nach 81 Minuten wird von donnerndem Applaus begleitet. Christopher Quiring streichelte ihm beim Abgang zärtlich durchs Haar. Kollegen und Fans zollten dem 35-jährigen Krebskämpfer Tribut, der 357 Tage nach seinem letzten Union-Spiel wieder für die Eisernen gegen den Ball getreten hat.

„Ein Spiel und Training sind doch was anders. Mir ging manchmal ganz schön die Pumpe“, gestand Unions Mann mit der Nummer 7.

Trainingslager des 1. FC Union, Tag 8
Mathias Bunkus berichtet vom Trainingslager des 1. FC Union

Es war ein Spiel wie gemalt für den vom Lymphdrüsenkrebs Genesenen. Nach 75 Minuten bekam Union beim Test gegen eine Auswahl arbeitsloser Spanien-Profis beim Stande von 2:0 einen Handelfmeter zugesprochen. Steven Skrzybski hatte zuvor das 1:0 markiert (25.), Gomis den eigenen Keeper der AFE-Auswahl bezwungen (69.). Dann holte Collin Quaner den Strafstoß raus.

„Alle haben mich gleich aufgefordert, dass ich schießen soll“, meinte Köhler. Er ging cool zum Punkt und verlud Torwart Palatsi. 3:0 - alle Messen gesungen. Am Ende traf auch noch Kenny Prince Redondo zum 4:0-Endstand (84.).

Alles Nebengeräusche. „Ich sollte gar nicht so lange spielen. Eine Stunde oder so. Aber dann hatten wir Verletzungsprobleme. Gut für mich, jede Minute bringt mich weiter“, erzählte Köhler mit einem Strahlen in den Augen, das sich Seefahrer früher am Sternenhimmel als Fixpunkt gewünscht hätten.

Dennis Daube und Leo Koch hatten mit leichten Beschwerden vorzeitig aufhören müssen. Also ackerte Köhler weiter. Bis es nicht mehr ging. „Der dürfte ganz schön platt sein heute“, meinte Trainer Sascha Lewandowski, der sich einfach nur für Benny gefreut hatte.

„Ich hab ja gelesen, dass viele es mir nicht zutrauen, ganz zurückzukommen. Die werde ich eines Besseren belehren“, jubelte Köhler nach dem ersten Sieg in Spanien. Und setzte den Coach scherzhaft unter Druck: „Wenn man gewinnen will, muss man mich einsetzen.“

Dann wurde er doch noch mal ernst. „Ich hab mich riesig gefreut. Ein Tor mal wieder gemacht. Mit den Jungs mal wieder auf dem Feld zu stehen, war was völlig anderes“, so Köhler. Der sich noch wünschte: „Ein paar mehr Fans wären vielleicht schön gewesen.“

Mag sein. Aber man muss sich ja auch Steigerungsmöglichkeiten lassen. Beispielsweise bei seinem ersten Pflichtspiel für die Köpenicker. Am besten zu Hause und vor ausverkaufter Hütte.  

Union spielte mit: Amsif - Trimmel, Puncec, Schönheim, Redondo - Koch (46. Lämmel) - Köhler (81. Korte), Daube (54. Kahraman) - Quiring, Quaner, Skrzybski