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Irre!: Wood wird mit Messi verglichen

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Bobby Wood ist bester Laune. So ein Tor gelingt ihm eben auch nicht alle Tage. 

Foto:

imago/Matthias Koch

Berlin -

Wer Bobby Wood ein bisschen kennt, der weiß, dass er innerlich ein klein wenig zerrissen war. Sicher, der Auftakt der Eisernen in Kaiserslautern, als der 23-Jährige dem 1. FC Union einen Punkt rettete, lässt ihn frohlocken. Doch nicht wenige seiner Gedanken waren immer noch bei der US-amerikanischen Nationalmannschaft.

Denn die hatte Jürgen Klinsmann gerade in einem Sonderlehrgang um sich versammelt. Und Wood konnte bei den beiden Siegen gegen EM-Fahrer Island (3:2) und Kanada (1:0) nicht mitwirken. Dabei ist er unheimlich stolz darauf, ein Teil dieses Teams sein zu dürfen. Gern wäre er dabei gewesen. Doch bei Union ist er im Ligabetrieb nicht abkömmlich. Und für Freundschaftsspiele schon mal gar nicht.

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Wood traf gegen Lautern.

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imago/Matthias Koch

Was aber nicht heißt, dass der gebürtige Hawaiianer in den Staaten in Abwesenheit in Vergessenheit geraten ist. Ganz im Gegenteil. NBC-Sports widmete ihm eine Story (http://tinyurl.com/usawood), in der ausgelotet wird, was Wood weiter alles machen muss, um bei Klinsmann nicht aus dem Blickfeld zu rutschen. Er müsse, so die Webpage des Medienkonzerns, „nur seinen inneren Messi rauslassen“, ein paar hilflose Verteidiger (Karl, Ring, Zimmer, Vucur) mit starker Ballkontrolle austanzen und aus einem an physikalische Unmöglichkeit grenzenden Winkel treffen. Ein Winkel, der in Deutschland für gewöhnlich nur mit Lothar Emmerich und der WM 1966 in Verbindung gebracht wird.

Witzigerweise, merkte NBC an, hat Wood genau das auf dem Betze hingelegt.

Noch witziger: Wood wäre beinahe nicht mehr dazu gekommen. Das Kalifornia-Kid der Köpenicker stand kurz davor, die Ampelkarte zu bekommen. Nach einer berechtigten Gelben für einen Bodycheck gegen Heubach (73.) blieb seine griechisch-römische Ringkampfeinlage auf der anderen Seite des Platzes ungeahndet.

Alles kein Thema am Ende. Wood war sogar so ehrlich zuzugeben, dass er nach seinem tollen, fast wutbedingten Slalomlauf den Keeper anschließend nicht ausgeguckt hatte. „Ich hab einfach draufgehauen. Zum Glück ging er rein.“

Acht Treffer hat er jetzt. Zwei fehlen noch zur Zweistelligkeit. Es müsste schon mit dem Teufel zugehen, wenn das nicht klappt. Was Union freuen würde. Klinsmann auch. Und natürlich Wood selber.