E_Paper_BK
BERLINER KURIER - Berlins ehrliche Boulevardzeitung im Netz

Großes Dilemma bei den Eisernen: Wie tief steckt Union in der Trainerfalle?

imago23166895h

André Hofschneider und Michael Parensen wissen nicht, was auf sie zukommt.

Foto:

imago/Matthias Koch

Berlin -

Der Ball läuft. Sogar leidlich erfolgreich beim 1. FC Union. Doch derzeit müssten eigentlich auch die Weichen für die kommenden Spielzeit gestellt werden. Aber ohne neuen Coach herrscht Stillstand in der Wuhlheide. Die Eisernen stecken mehr oder weniger, wenn auch unverschuldet, in der Trainerfalle.

Sechs Verträge laufen aus. Bei Leihgabe Felix Kroos hat Union das Heft des Handelns nicht in der Hand. Bei Emanuel Pogatetz sollte sich der Kontrakt automatisch verlängern, wenn er auf eine bestimmte Zahl von Spielen kommt. Bleiben die Fälle Adrian Nikci, Daniel Haas, Benny Köhler und Michael Parensen. Mit letzterem wurde sogar jüngst gesprochen. Natürlich aber ohne konkretes Ergebnis.

Wenn Union jetzt eigenhändig alle Entscheidungen trifft, hat der Neue gar nicht so viele Stellschrauben, an denen er drehen kann. Sondern muss mit dem vorhandenem Material klarkommen. Dass das für ganz oben so nicht reicht, hat diese Saison hinlänglich beweisen.

Verweise auf die vorhandene sportliche Kompetenz an der Wuhle sind Schattengefechte. Ein Trainer, der alles nur abnickt, was der Klub ihm vorsetzt, kann nicht im Sinne des Erfinders sein.

Viel Gestaltungsspielraum ist also nicht! Und ein neuer Coach möchte sicherlich schon gern ein Wörtchen mitsprechen, wenn es um die Zusammensetzung des Teams geht. Was Zu- und auch Abgänge angeht. Oder glauben Sie nicht, dass es für ihn wichtig ist, zu wissen, ob Bobby Wood als „unverkäuflich“ im Forsthaus gilt oder nicht?

Nicht die einzige Baustelle. Gibt da ja noch die Olympischen Spiele in Rio (5. – 21. August). Jakob Busk will mit seinen Dänen da hin. Das heißt Busk würde große Teile der Vorbereitung, die ersten beiden Ligapartien und den DFB-Pokal verpassen.

Ein Start ohne die etatmäßige Nummer 1? Auch so ein Detail, auf das sich der neue Chef einstellen muss. Union könnte zwar die Freigabe verweigern, weil für die nicht im Rahmenspielplan der Fifa verankerten Olympischen Spiele ja keine Abstellungfrist besteht. Aber es ist schwer vorstellbar, dass die Eisernen das nicht schon im Januar bei der Verpflichtung des 22-Jährigen berücksichtigt haben.