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Ex-Unioner Baris Özbek: Bei den Eisernen lobt er nur die Fans...

Duisburgs Özbek (l.) hatte bei den Eisernen keine schöne Zeit

Duisburgs Özbek hatte bei den Eisernen keine schöne Zeit.

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imago/Team 2

Berlin -

Es gibt sie immer wieder, diese besonderen Kicks. Unter Flutlicht beispielsweise. Oder ein Derby. Auch Spiele gegen einen Ex-Klub können dazugehören. So gesehen kommt es am Samstag an der Wedau zu einer solchen Begegnung. Denn wenn Union beim MSV Duisburg aufläuft (13 Uhr), haben die Zebras einen Kicker in ihren Reihen, der dem Anpfiff richtiggehend entgegenfiebert: Baris Özbek.

„Ich müsste lügen, wenn ich nicht sagen würde, dass das ein besonderes Spiel für mich ist“, gibt der Mittelfeldspieler zu. Die Vorgeschichte nagt an ihm. Auch wenn er nicht mehr darüber sprechen mag. Zwei Mal aussortiert – erst von Uwe Neuhaus, dann von Norbert Düwel – und am Ende im Januar 2015 vom Hof gejagt zu werden, hinterlässt nun mal seine Spuren. Özbek fühlt sich bei Union als Sündenbock missbraucht.

Unions Leistner hofft, dass er deshalb übermotiviert ist.

Unions Leistner hofft, dass Özbek übermotiviert ist. 

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City-Press GbR

Da ist es eigentlich nicht weiter verwunderlich, dass der 29-Jährige bei Union nur eines lobt – die Fans! „Das war immer eine tolle Atmosphäre an der Alten Försterei.“ Weniger gute Erinnerungen hat er an Düwel: „Ich fand ihn ganz gut. Aber er war irgendwie nicht gefestigt in seinen Entscheidungen und hat sich reinreden lassen.“ Verbitterte Worte ...

Sein Weg jedenfalls führte Özbek nach Erhalt einer Abfindung in die Türkei zum Zweitligisten Kayserispor. Dass dort trotz des Aufstiegs nicht alles nach Plan lief, er sein über Monate ausbleibendes Gehalt einklagen musste und zurück nach Deutschland ging, steht auf einem anderen Blatt. Nun ist er wieder im Pott angekommen. In der Heimat. Knapp 50 Kilometer von seinem Geburtsort Castrop-Rauxel entfernt.

Natürlich will der Ex-Galatasaray-Star bei Union morgen allen zeigen, dass es ein Fehler war, ihn ziehen zu lassen. Auch wenn er sagt, dass er niemandem etwas beweisen muss. Nur sich selbst.

Was man bei Union mit Interesse zur Kenntnis nimmt. „Kommt doch aufs Gleiche heraus. Ich hoffe, er spielt. Das kann uns vielleicht sogar helfen“, meint Toni Leistner mit einem Schmunzeln im Gesicht. Der Grat ist nun mal schmal, wenn es gegen Ex-Vereine geht. Und Özbek ist bei all seinen fußballerischen Fähigkeiten auch für sein Temperament auf dem Platz bekannt ...