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Berliner-Kurier.de | Eiserne in Duisburg: Kessel: "Wir müssen giftig und bissig spielen"
11. March 2016
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Eiserne in Duisburg: Kessel: "Wir müssen giftig und bissig spielen"

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Benjamin Kessel mit vollen Einsatz im Spiel gegen den FSV Frankfurt.

Foto:

City-Press GbR

Berlin -

Eigentlich ist alles klar: Euphorie nach einem 4:0-Sieg trifft auf akute Abstiegsangst. Der Tabellen-Neunte, für den nach oben und unten nichts mehr geht, muss zum Achtzehnten, der mit einem Fuß schon in Liga 3 steht. Eisern Union gastiert beim MSV Duisburg.  Wenn Schiedsrichter Florian Heft Samstag um 13 Uhr anpfeift, sind die Rollen klar verteilt. Der KURIER sprach vorher mit Benny Kessel. Der Kapitän der Rot-Weißen spricht über den Kick beim Tabellenletzten, die Verletzten-Misere und die Trainer-Suche.

KURIER: Wie geht die Mannschaft in das Spiel gegen den MSV Duisburg?
Benny Kessel: Duisburg ist zwar mit 15 Punkten Tabellenletzter.  Aber ich habe die letzten beiden Spiele  gesehen, sie haben  jeweils unentschieden und nicht schlecht gespielt. Trotzdem: Wir haben am Wochenende Selbstvertrauen getankt und unser Ziel ist es, in Duisburg drei Punkte zu holen.

Union gilt gemeinhin ja als Aufbaugegner für schwache Teams. Warum wird das in Duisburg diesmal anders sein?
Dafür müssen wir die Leistung, die wir zu Hause bringen, auch auswärts zeigen und dort genauso giftig und bissig spielen. Dann können wir auch in Duisburg gewinnen.

Woran liegt es, dass Union  Heimspiele leichter fallen?
 Zu Hause ist es für uns einfacher, denn hier haben wir die Zuschauer im Rücken, die uns immer unheimlich nach vorne pushen. Klar, es kommen auch enorm viele Fans zu den Auswärtsspielen mit, aber es wird immer schwerer sein, auswärts zu bestehen als zu Hause.

Einige Spieler, die lange nicht gespielt haben, bekommen nun aufgrund  vieler Verletzungen ihre Chance. Müssen Sie als Kapitän die Jungs in ihrer Motivation zügeln?
Also, eine zusätzliche Motivation braucht sicher keiner.  Sie wollen zeigen, was in ihnen steckt. Mit Chrissie Quiring, zum Beispiel, der gegen Frankfurt echt gut gespielt hat, habe ich vor dem Spiel nur über Taktik gesprochen. Aber über mehr nicht.

Und wie gehen Sie als Kapitän mit Spielern um, die sich bitter erneut verletzen, so wie Maxi Thiel? Greifen Sie dann schon mal zum Telefonhörer?
Klar, mit Maxi habe ich telefoniert. Nicht als Kapitän, sondern als Freund. Denn wir haben einen engen Draht und unternehmen auch privat viel gemeinsam. Ich habe ihm also viel Mut zugesprochen.

Wie geht die Mannschaft mit seiner Verletzung um?
Er ist ein unheimlich wichtiger Spieler für uns, wenn er fit ist. Sein Ausfall tut uns also auch weh. Aber der Junge muss sich erst mal regenerieren, erholen und den Kopf frei bekommen. Das macht er jetzt in seiner Heimat. Danach kann er sich in Ruhe auf die neue Saison vorbereiten.

Dann machen wir also weiter mit der neuen Saison. Ist es denn für Sie als Spieler wichtig, zeitnah zu wissen wer als neuer Coach kommt oder reicht das auch kurz vor dem Trainingsauftakt?
Ich bin gedanklich noch nicht bei der neuen Saison, sondern will die restlichen Spiele dieser Saison erst einmal gut über die Bühne bringen. Für Spieler, deren Vertrag ausläuft, ist das aber schon eine ganz andere Situation.

Worum geht es denn für Union Samstag in Duisburg und in den kommenden acht Spielen überhaupt noch?
Wir wollen einen versöhnlichen Tabellenplatz erreichen, was auch dem Verein sehr wichtig ist. Denn immerhin geht es auch um eine Menge Fernsehgelder.